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Spielarten der Populärkultur

Kinder- und Jugendliteratur und -medien im Feld des Populären

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Edited By Ute Dettmar and Ingrid Tomkowiak

Populärkultur war und ist ein zentraler Teil der Jugendkultur, zunehmend auch der Kinderkultur. Zugleich partizipieren Kinder- und Jugendliteratur und -medien an der global, in multimedialen Bezugssystemen agierenden Populärkultur. Die Beiträge gehen den vielfältigen wechselseitigen Beziehungen zwischen beiden Bereichen in historischen und gegenwärtigen Entwicklungen nach. Sie untersuchen «Dimensionen und Dynamiken» der Popularisierung vom 19. Jahrhundert bis hin zu aktuellen Entwicklungen des seriellen, transmedialen Erzählens, zeichnen entlang populärer Figuren, wie dem Golem oder Heidi, Formen der «(Re)Präsentation» nach, verfolgen «Aushandlungen» im Feld des Populären, beleuchten «Schnittstellen und Interferenzen» und untersuchen charakteristische «ästhetische Strategien» in Bildmedien und Literatur.

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„Lehmriese lebt!“: Golem-Narrationen in der modernen Populärkultur

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Gabriele von Glasenapp

Abstract: This article looks at the Golem figure and its role and potential in pop culture, systematically and diachronically. Varying versions of the Golem in different media, children’s and adult literature are analysed as well as boundary expansions on literary, cultural, denominational, and linguistic levels.

Innerhalb der großen Bandbreite an künstlichen Menschen (Androiden), Homunculi, verlebendigten Puppen, Robotern, Avataren und Cyborgs, die seit dem frühen Mittelalter Eingang in die populäre wie in die Hochliteratur gefunden haben, nimmt die Figur des Golem eine besondere Position ein. Zwar kann auch die Golem-Figur im weitesten Sinne auf den Mythos des Prometheus zurückgeführt werden, der Figuren aus Lehm formte und sie zum Leben erweckte, denn auch der Golem besteht ursprünglich aus einem Klumpen Lehm, der von menschlicher Hand zu einer überlebensgroßen Figur in Menschengestalt geformt und durch Beschwörungen verlebendigt wird. Was die Golem-Figur jedoch in grundlegender Weise von allen anderen Erscheinungsformen künstlicher Menschen unterscheidet, sind nicht die vielfältigen Umcodierungen, denen sie immer wieder unterlegen ist, nicht das komplexe Spannungsfeld von jüdischen und nichtjüdischen Kulturen, innerhalb derer sie bis heute in Erscheinung tritt, und auch nicht das große mediale Spektrum, das sich der Figur vor allem in den letzten einhundert Jahren angenommen hat. Das entscheidende Differenzkriterium ist vielmehr jenes der Popularität, denn das anhaltende mediale Interesse an dieser Figur bzw. an allem, was in höchst unterschiedlichen Kontexten zu ihr in Bezug gesetzt wird,...

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