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Spielarten der Populärkultur

Kinder- und Jugendliteratur und -medien im Feld des Populären

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Edited By Ute Dettmar and Ingrid Tomkowiak

Populärkultur war und ist ein zentraler Teil der Jugendkultur, zunehmend auch der Kinderkultur. Zugleich partizipieren Kinder- und Jugendliteratur und -medien an der global, in multimedialen Bezugssystemen agierenden Populärkultur. Die Beiträge gehen den vielfältigen wechselseitigen Beziehungen zwischen beiden Bereichen in historischen und gegenwärtigen Entwicklungen nach. Sie untersuchen «Dimensionen und Dynamiken» der Popularisierung vom 19. Jahrhundert bis hin zu aktuellen Entwicklungen des seriellen, transmedialen Erzählens, zeichnen entlang populärer Figuren, wie dem Golem oder Heidi, Formen der «(Re)Präsentation» nach, verfolgen «Aushandlungen» im Feld des Populären, beleuchten «Schnittstellen und Interferenzen» und untersuchen charakteristische «ästhetische Strategien» in Bildmedien und Literatur.

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„Vergesst die Schule, und stellt euch stattdessen einen Wald vor“: Wie Felicitas Hoppe Hartmann von Aues Iwein als kinderliterarischen Gegenwartstext gestaltet

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Mareile Oetken

Abstract: Felicitas Hoppe rearranges Iwein, written by Hartmann von Aue around 1203, as a splendiferous medieval imaginarium. In her eyes, her adaptation is pure contemporary literature. The article focuses on Hoppe’s narrative strategies in order to analyse how the author uses Hartmann’s verse romance to create a piece of popular literature for children.

Carola Hilmes nennt sie eine „moderne Märchenerzählerin“, eine „Schatzsucherin“ und eine „Fabuliererin“ (2015, S. 281), mit einem insgesamt recht unzeitgemäßen Hang zu Märchen und Sagen, Rittern und Abenteuern. Für Michaela Holdenried schreibt Felicitas Hoppe „welthaltige, ‚große‘ Erzählungen“ (2015, S. 9), in denen Fragen nach Identitätsverlust und Selbstentdeckung verhandelt werden. Hoppe selbst spricht von ihren Romanen als Gegenwartsliteratur. Ihr „hartnäckiges Schreiben über Ritter“ (2010, S. 32), sagt Hoppe, habe nichts mit Nostalgie zu tun: „In kaum einer anderen Figur abendländischer Geschichte spiegelt sich besser, was mich seit jeher beschäftigt: die Projektion von Größe und Tugend, gepaart mit größter Lächerlichkeit.“ (Ebd., S. 32)

In ihrem Roman Iwein Löwenritter (2008) gestaltet sie jedoch nicht nur eine einzelne Ritterfigur wie in Paradiese, Übersee (2003). Sie nimmt die ganze Stofffülle des von Hartmann von Aue um 1204 vollendeten Versepos (Biblioteca Augustana) in den Blick. Der germanistische Mediävist Armin Schulz stellt mit Blick auf Aneignungsstrategien von Texten eine ebenso grundsätzliche wie relevante Frage: Was will die Beschäftigung mit älterer Literatur?

Soll sie versuchen, einen...

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