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Spielarten der Populärkultur

Kinder- und Jugendliteratur und -medien im Feld des Populären

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Edited By Ute Dettmar and Ingrid Tomkowiak

Populärkultur war und ist ein zentraler Teil der Jugendkultur, zunehmend auch der Kinderkultur. Zugleich partizipieren Kinder- und Jugendliteratur und -medien an der global, in multimedialen Bezugssystemen agierenden Populärkultur. Die Beiträge gehen den vielfältigen wechselseitigen Beziehungen zwischen beiden Bereichen in historischen und gegenwärtigen Entwicklungen nach. Sie untersuchen «Dimensionen und Dynamiken» der Popularisierung vom 19. Jahrhundert bis hin zu aktuellen Entwicklungen des seriellen, transmedialen Erzählens, zeichnen entlang populärer Figuren, wie dem Golem oder Heidi, Formen der «(Re)Präsentation» nach, verfolgen «Aushandlungen» im Feld des Populären, beleuchten «Schnittstellen und Interferenzen» und untersuchen charakteristische «ästhetische Strategien» in Bildmedien und Literatur.

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Wird mein lesbischer Headcanon jemals Canon werden?

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“ Das ist eine Frage, die sich junge Lesben angesichts der hegemonialen Gender-Diskurse und -Repräsentationen stellen können. Es gibt diverse Gruppen – zu denen auch lesbische und bisexuelle Mädchen gehören – die sich in den Narrativen von Büchern, Filmen und Serien des Mainstreams kaum differenziert dargestellt und selten in Gestalt einer der Hauptfiguren repräsentiert sehen. Doch gerade für lesbische und bisexuelle Mädchen1 ist eine vielfältige Repräsentanz der eigenen Identität wichtig, da sie nicht in eine LGBT+-Community2 hineingeboren werden. Finden junge Mädchen, die ihre Sexualität hinterfragen und erforschen, keine Vorbilder in ihrem direkten Umfeld, sind es Medien wie Fernsehserien, denen sie sich zuwenden.

In Fangemeinschaften von Serien lassen sich Schnittmengen von Massenkultur und Subkultur dergestalt finden, dass lesbische Fans hier nach Spuren von Repräsentanz der eigenen Identität suchen. Sie sind jedoch häufig mit zwei Problemfeldern konfrontiert, die sich zum einen auf die Unsichtbarkeit und zum anderen auf eine ambivalente Darstellung von lesbischen Figuren beziehen. So suchen die Fans im Subtext einer Serie nach Figurenkonstellationen mit dem Potential für gleichgeschlechtliche Liebesgeschichten. Kritisch wird es, wenn bei den Fans der Verdacht des Queerbaitings entsteht, d.h. dass bewusst in einer Serie ein lesbischer Subtext angelegt wurde, ohne die Absicht, eine lesbische ←305 | 306→Beziehung explizit zu zeigen. Zwar nahm in den letzten Jahren die Zahl der lesbischen Figuren in amerikanischen Primetime-Serien zu. Damit steigt grundsätzlich die Sichtbarkeit von lesbischen Figuren in den Massenmedien. Jedoch reihen sich deren...

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