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Grenzen des Zumutbaren – Aux frontières du tolérable

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Edited By Lena Seauve and Vanessa de Senarclens

Literarische Texte thematisieren nicht nur Grenzen, sie sind durch immanente Grenzen konstituiert. Die Rede ist von historisch variablen Grenzen des Sag- oder Zeigbaren, die nach moralischen oder ästhetischen Kriterien definiert und wahrgenommen werden. Der Band nähert sich den «Grenzen des Zumutbaren» aus einer zugleich poetologischen und rezeptionsästhetischen Perspektive. «Grenzen des Zumutbaren» werden in literarischen Texten historisch reflektiert, gleichzeitig implizieren und provozieren Grenzen stets auch die Möglichkeit oder den Versuch ihrer Überschreitung. Dieser Sammelband nimmt sowohl durch Grenzen definierte epochale Selbstverständnisse als auch Strategien der Transgression in Erzähltexten und Dramen der französischsprachigen Romania vom 16.-21. Jahrhundert in den Blick.

Les textes littéraires se constituent et organisent leurs effets autour de frontières, tantôt explicites, tantôt implicites. Dans cet ouvrage, il est question de l’acceptable et du tolérable pour le lecteur et le spectateur, ainsi que des déplacements et des modifications de ces conceptions esthétiques et morales au fil des époques et au gré des sensibilités littéraires. Il porte donc sur les «frontières du tolérable» , à la fois comme une catégorie poétologique, ainsi que dans la perspective de la réception des œuvres. Les «frontières du tolérable» mettent en jeu des régimes d’historicité; elles constituent aussi pour les auteurs des seuils à repousser et autour desquels expérimenter.

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Grenzüberschreitung als Herausforderung des Sagbaren bei Jean Genet

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Sara Izzo

Abstract: This article aims to examine the limits of what can be said in the work of Jean Genet by taking the example of two narrative texts: Journal du voleur (1949) and Un captif amoureux (1986). In both texts, the focus is set on the description of a fictive border crossing acting as a metatextual reflection on their own aesthetics of transgression. The article argues that metatextuality is used as strategy to guide the reader inside the text and to confront him at the same time with a universe of total ethical solitude.

„L’œuvre de Genet n’est peut-être tout entière qu’une longue déclaration de guerre.“1 Durch den Vergleich von Jean Genets Werk mit einer fortdauernden Kriegserklärung beschreibt Albert Dichy den Kern von dessen Ästhetik, welche auf der Errichtung einer kommunikativen Frontlinie zwischen Autor und Leser beruht. Dieses Prinzip des Angriffs auf die eigene Leserschaft weist entsprechend den einzelnen Schaffensphasen und den gattungsspezifischen Kommunikationssituationen (narratives Frühwerk, Dramen und politisches Spätwerk) unterschiedliche Facetten auf, obgleich die Herausforderung des (Un)Sagbaren ein konstantes Grundmuster bleibt. Innerhalb seines Spiels mit den Grenzen und Normen von Sagbarkeit steht Genet folglich in offener Konfrontation mit der als sozio-kulturelles Kollektiv gedachten Leserschaft, der sich der Autor mithilfe seiner Texte selbst zu entziehen versucht. Die erfolgreiche Wirkung seiner Strategie der gezielten Provokation zeigt sich an den Prozessen gegen verschiedene seiner Verleger sowie den zahlreichen öffentlichen Skandalen, die durch seine Schriften ausgelöst wurden.2

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