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Sprache(n) für Europa. Mehrsprachigkeit als Chance / Language(s) for Europe. Multilingualism as a Chance

Auswahl an Beiträgen des 52. Linguistischen Kolloquiums in Erlangen (2017) / Selected Papers of the 52nd Linguistics Colloquium in Erlangen (2017)

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Edited By Jürg Strässler

Dieses Buch präsentiert eine Auswahl an Beiträgen des 52. Linguistischen Kolloquiums 2017 in Erlangen. Unter dem Konferenzthema «Sprache(n) für Europa – Mehrsprachigkeit als Chance» behandeln die 25 Beiträge in deutscher und englischer Sprache vor allem Erst- und Zweitspracherwerb, sprachdidaktische Aspekte sowie Mehrsprachigkeit in interkultureller Kommunikation. Darüber hinaus werden neben Experimenteller Linguistik, Corpus Linguistik und Medienlinguistik auch sprachhistorische, sprachpolitische und pragmatische Aspekte beleuchtet.

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Wie gut erkennen Deutschsprachige niederländische und westfriesische Wörter? Zur Verstehbarkeit zwischen westgermanischen Sprachen (Sebastian Kürschner)

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Sebastian Kürschner

Wie gut erkennen Deutschsprachige niederländische und westfriesische Wörter? Zur Verstehbarkeit zwischen westgermanischen Sprachen

1 Einleitung

Zu den menschlichen Sprachverarbeitungskapazitäten gehört es, Variation in der Sprache verarbeiten zu können. So können wir etwa in uns bekannten Varietäten sprachlichen Input in zahlreichen Bedingungen verarbeiten (vgl. Nuscheln, Hintergrundgeräusche, schlechte Übertragung an elektronischen Geräten, usw.). Selbst bislang unbekannte Varietäten können uns in Teilen zugänglich sein, zumindest wenn ein Teil des Wortschatzes hohe Ähnlichkeiten aufweist. Dies ist häufig bei nah verwandten Varietäten der Fall, etwa Dialekten oder Nachbarsprachen der gleichen Sprachfamilie. So haben deutschsprachige Personen z. B. einen begrenzten Zugriff auf die westgermanischen Nachbarsprachen Niederländisch und Friesisch, selbst wenn sie diese nie erworben haben. Im vorliegenden Beitrag wird das Wortverstehen in diesen beiden Sprachen untersucht.

Beim Verstehen fremder, aber nah verwandter Varietäten müssen Unterschiede im Sprachsystem verarbeitet werden. So müssen etwa Nutzer des Deutschen beim Zugriff auf niederländische Wörter wie kat ‚Katze‘ oder hulp ‚Hilfe‘ Zusammenhänge mit ihnen bekannten deutschen Wörtern1 ermitteln, ohne dass sie üblicherweise über systematische Zusammenhänge zwischen deutschen und niederländischen kognaten Wörtern Bescheid wissen (hier: Effekte der 2. Lautverschiebung im Deutschen). Bedeutungen können (neben der Nutzung bestehenden Welt- und allgemeinen Sprachwissens) durch Verarbeitung von Kotext und Kontext inferiert werden (vgl. Berthele 2011, 193) oder durch Abgleich erworbener sprachlicher Einheiten und Zusammenhänge (das mentale Lexikon...

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