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Erster Weltkrieg im östlichen Europa und die russischen Revolutionen 1917

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Edited By Alexander Trunk and Nazar Panych

Der Band enthält Beiträge aus zwei inhaltlich verknüpften interdisziplinären Ringvorlesungen des Zentrums für Osteuropa-Studien der Universität Kiel, die verschiedene Aspekte des Ersten Weltkrieges unter besonderer Berücksichtigung des östlichen Europa beleuchten und in diesem Zusammenhang einen besonderen Fokus auf die aus dem Weltkrieg hervorgegangenen russischen Revolutionen des Jahres 1917 legen. Der Band kann auch als historische Hintergrundlektüre zum besseren Verständnis heutiger Spannungslagen in der Region – Beziehungen EU-Russland, Ukraine, Georgien u.a. – gelesen werden. Politische, juristische, historische, wirtschaftliche und kulturwissenschaftliche Gesichtspunkte müssen im Zusammenhang betrachtet werden, um Konflikte zu lösen.

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Zwischen Hochverrat und Nationalheldentum. Die Nutzung von Kriegsgefangenen durch die Mittelmächte im Ersten Weltkrieg

Zwischen Hochverrat und Nationalheldentum.

Die Nutzung von Kriegsgefangenen durch die

Mittelmächte im Ersten Weltkrieg

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Frank Golczewski

Abstract: Beschrieben wird die unterschiedliche Rezeption des Ersten Weltkriegs im Hinblick auf seine langfristigen Auswirkungen durch die verschiedenen Staaten Mittel- und Osteuropas. Dabei wird insbesondere auf den Umgang mit Kriegsgefangenen durch das Deutsche Reich als Teil einer Taktik zur Umsetzung eigener Kriegsinteressen eingegangen.

Stichworte: Erster Weltkrieg, Nationalismus, Befreiungsaufrufe, österreichisch-ungarische Monarchie, Russland, Deutschland, Kriegsgefangene, Februar-Revolution, Propaganda, Ukraine, Georgische Legion, muslimische Brigade, Entente

Die Einordnung des Ersten Weltkriegs in die Gesamtsicht der historischen Entwicklung ist nicht eindeutig, auch wenn immer wieder der Versuch einer einheitlichen Sicht unternommen wurde. George Kennans Satz, er habe erkannt, dass der Erste Weltkrieg „the seminal catastrophe of this century“ sei,1 prägt weiterhin das Geschichtsbild, das sich in den letzten Jahren nach den Veröffentlichungen von Herfried Münkler2 und Christopher Clark3 wieder verstärkt in der Diskussion befindet. Im Deutschen wurde aus Kennans Formulierung die „Urkatastrophe“, welche Wolfgang J. Mommsen in seinem Gebhardt-Beitrag auf eine „deutsche Urkatastrophe“ reduzierte4 – bei Kennan ging es noch um die ganze „Western civilization“5 – jedenfalls aber um eine negative Interpretation, die wir normalerweise gern nachempfinden, weil schließlich jeder Krieg mit seinen Toten und Verwundeten als eine negative Erscheinung empfunden werden sollte.

Allerdings schwingt bei Kennan mit der Trauer um die „Western civilization“, die er mit der Gesellschaft vor 1914 verband, auch eine zumindest gefühlsmäßige Abneigung gegen die Modernismen mit, für die der Erste Weltkrieg die Bahn gebrochen hat. Und – bei Kennan eigentlich eher unerwartet – es handelt...

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