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Erster Weltkrieg im östlichen Europa und die russischen Revolutionen 1917

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Edited By Alexander Trunk and Nazar Panych

Der Band enthält Beiträge aus zwei inhaltlich verknüpften interdisziplinären Ringvorlesungen des Zentrums für Osteuropa-Studien der Universität Kiel, die verschiedene Aspekte des Ersten Weltkrieges unter besonderer Berücksichtigung des östlichen Europa beleuchten und in diesem Zusammenhang einen besonderen Fokus auf die aus dem Weltkrieg hervorgegangenen russischen Revolutionen des Jahres 1917 legen. Der Band kann auch als historische Hintergrundlektüre zum besseren Verständnis heutiger Spannungslagen in der Region – Beziehungen EU-Russland, Ukraine, Georgien u.a. – gelesen werden. Politische, juristische, historische, wirtschaftliche und kulturwissenschaftliche Gesichtspunkte müssen im Zusammenhang betrachtet werden, um Konflikte zu lösen.

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Russische Kunst im Ersten Weltkrieg zwischen Propaganda, Trauerarbeit und Gegenstandslosigkeit

Russische Kunst im Ersten Weltkrieg

zwischen Propaganda, Trauerarbeit und

Gegenstandslosigkeit

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Ada Raev

Abstract: Die Abhandlung thematisiert und analysiert den vielschichtigen Umgang der russischen Kunstschaffenden mit dem Ersten Weltkrieg und seinen Auswirkungen.

Stichworte: Erster Weltkrieg, Kunst, Russland, Kriegspropaganda, Künstler, Westfront, Armee, Gemälde, Schriftsteller, Blatt, Ausstellung

Gegenstand der folgenden Ausführungen sind künstlerische Strategien im Umgang mit dem Ersten Weltkrieg in Russland und die jeweiligen dahinterstehenden Intentionen.1 Vorausgreifend lässt sich konstatieren: Das emotionale und ästhetische Spektrum der Reaktionen auf den Ersten Weltkrieg war breit gefächert. Es reichte stil- und richtungsübergreifend von nationalistischer Kriegspropaganda in verschiedenen Medien über eine im orthodoxen Geist religiös überhöhte Sicht auf den Verlauf des Krieges, über die Reflexion von Formen traditioneller und moderner Kriegsführung bis hin zu einer stark abstrahierten Vergegenwärtigung der Kriegsgeschehnisse und Trauer über die Opfer. Allerdings hat der Erste Weltkrieg im kollektiven Gedächtnis Russlands im Vergleich mit anderen europäischen Ländern nur wenige Spuren mit Langzeitwirkung hinterlassen, sodass man bis vor kurzem von einem „vergessenen Krieg“ gesprochen hat.2

Die Gründe für das Fehlen eines nachhaltigen Narrativs oder Mythos in Russland in Bezug auf den Ersten Weltkrieg sind vielfältig. Schon 1915, mitten im Krieg, stellte der Dichter Nikolaj Gumilev die bange Frage:

Werden jene, die ertrunken,

bei schweren Flussüberquerungen

jene zählen, die vergessen

und zertrampelt auf dem Feld

Und die lauten Ruhmeskunden?3

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