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Vergleichende Diskurslinguistik. Methoden und Forschungspraxis

In Zusammenarbeit mit Juliane Niedner

Series:

Edited By Goranka Rocco and Elmar Schafroth

Der Band umfasst aktuelle Themen und Probleme der Vergleichenden Diskurslinguistik sowohl aus theoretischer als auch aus methodologischer und forschungspraktischer Perspektive. Zu den behandelten Sprachen und Sprachräumen (deutsch, englisch, französisch, italienisch, polnisch, portugiesisch, spanisch, türkisch) werden Diskursanalysen zu aktuellen gesellschaftlichen Aspekten wie Migrations-, Bildungs- und Verfassungspolitik, Integration, Familie, öffentlicher und medialer Sprachgebrauch, Euphemismen, Multimodalität in Comics sowie emotionale Sprache im juristischen Kontext durchgeführt sowie grundsätzliche Überlegungen zur Theorie und Methodologie einer Vergleichenden Diskurslinguistik angestellt. Die Autorinnen und Autoren arbeiten in den Bereichen Germanistik, Romanistik, Vergleichende, Angewandte und Multimodale Linguistik sowie Anglistik.

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Diskurse im interlingualen Vergleich: Forschungsperspektiven und methodische Herausforderungen (Goranka Rocco/Elmar Schafroth)

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Goranka Rocco (Triest)/Elmar Schafroth (Düsseldorf)

Diskurse im interlingualen Vergleich: Forschungsperspektiven und methodische Herausforderungen

1.  Einleitung

In den vergangenen Jahrzehnten hat sich die Diskursanalyse zu einem stark ausdifferenzierten, interdisziplinären Forschungsfeld entwickelt und als solche auch innerhalb verschiedener geisteswissenschaftlicher Disziplinen etabliert. Die Vielfalt der theoretischen und empirischen Ansätze zeugt einerseits von einem breit gefächerten wissenschaftlichen Interesse an sprachlicher Konstruktion, Fixierung und Dekonstruktion von Bedeutung (Angermüller et al. 2014; Scholz in diesem Band), das die Grenzen der einzelnen Disziplinen sprengt, andererseits aber auch von der Notwendigkeit, das Ineinandergreifen von Sprache und Gesellschaft aus unterschiedlichen Perspektiven zu beleuchten. Doch bedenkt man die steigende Geschwindigkeit, mit der sprachliche Konstrukte (z.B. „Wirtschaftsmigrant“, „Immobilienblase“, „Defizitsünder“, „Schurkenstaat“, „whistleblowing“) über nationale und sprachliche Grenzen wandern, und die wachsende Anzahl an mehrsprachigen Vernetzungs- und Verweisstrukturen (vgl. Gür-Seker in diesem Band), so ist es gerade überraschend, dass Diskursanalyse bisher auch in der Sprachwissenschaft hauptsächlich intralingual erfolgte und die ersten theoretischen und methodischen Überlegungen zu einer kontrastiven Diskursanalyse bzw. -linguistik relativ jungen Datums sind (vgl. z.B. Böke et al. 2000, 2001; Böke 2005; Lewandowska 2008; Czachur 2011).

Das Erkenntnispotenzial des Vergleichens wurde bereits mehrfach und im Rahmen verschiedener Disziplinen aufgezeigt. Besonders auch sprachwissenschaftliche Studien führen auf verschiedenen Wegen zu der Einsicht, dass intra- und interlingualer Vergleich vielfach zu theoretischer und empirischer Perspektiverweiterung beitragen kann, sei es auf phonetisch-phonologischer, morphosyntaktischer, lexikalischer oder auf textueller Ebene. Auf der Diskursebene muss...

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