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Vergleichende Diskurslinguistik. Methoden und Forschungspraxis

In Zusammenarbeit mit Juliane Niedner

Series:

Edited By Goranka Rocco and Elmar Schafroth

Der Band umfasst aktuelle Themen und Probleme der Vergleichenden Diskurslinguistik sowohl aus theoretischer als auch aus methodologischer und forschungspraktischer Perspektive. Zu den behandelten Sprachen und Sprachräumen (deutsch, englisch, französisch, italienisch, polnisch, portugiesisch, spanisch, türkisch) werden Diskursanalysen zu aktuellen gesellschaftlichen Aspekten wie Migrations-, Bildungs- und Verfassungspolitik, Integration, Familie, öffentlicher und medialer Sprachgebrauch, Euphemismen, Multimodalität in Comics sowie emotionale Sprache im juristischen Kontext durchgeführt sowie grundsätzliche Überlegungen zur Theorie und Methodologie einer Vergleichenden Diskurslinguistik angestellt. Die Autorinnen und Autoren arbeiten in den Bereichen Germanistik, Romanistik, Vergleichende, Angewandte und Multimodale Linguistik sowie Anglistik.

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Gehörlose im deutschen und brasilianischen Mediendiskurs zur Inklusion: eine kontrastive diskurslinguistische Studie (Romana Castro Zambrano)

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Romana Castro Zambrano (Sergipe)

Gehörlose im deutschen und brasilianischen Mediendiskurs zur Inklusion: eine kontrastive diskurslinguistische Studie1

Abstract: Although deaf people are often categorized as disabled, they do not always agree with this social definition, opting for a categorization as a member of a linguistic or cultural community. Focusing on this aspect, this paper offers a contrastive discourse analysis of the conceptualization of the deaf in German and Brazilian media discourse on inclusion. The corpus was analyzed inspired by methods of Cognitive Semantics, identifying prototypical cultural knowledge about human categories for deaf people.

Gehörlose, Wissen, Kategorisierung, Gebärdensprache, Inklusion

1.  Einleitung

Erst als er ein paar Jahre alt war, wurde ihm bewusst, dass sich die Menschen in seinem Umfeld – Großeltern, Nachbarn, Leute auf der Straße – irgendwie von ihm und seiner engsten Familie unterschieden. Ihnen fehlte etwas. Deshalb fragte er eines Tages die Mutter, warum die anderen eigentlich nicht normal sprechen konnten, warum sie sich so seltsam verhielten. „Nicht sie sind anders, sondern wir“, antwortete die Mutter. „Wir können nicht hören.“ (Krapf 2015: 148)

Die hier beschriebene Eigenwahrnehmung des gehörlosen Jungen wird sicherlich einen nicht unerheblichen Teil der hörenden Leser/innen verwundern, die sich noch nicht mit der Gehörlosengemeinschaft auseinandergesetzt haben. Doch in der Tat ist es keine Seltenheit, dass Kinder in gehörlosen Familien in den ersten Lebensjahren der Ansicht sind, nicht sie, sondern die Hörenden...

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