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Die Weiblichkeitsbilder in der deutschsprachigen Erzählliteratur von Autorinnen iranischer Herkunft

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Somaiyeh Mohammadi

Diese Arbeit thematisiert zeitgenössische Romane von Autorinnen iranischer Herkunft, darunter Shirin Kumm, Fahimeh Farsaie und Sudabeh Mohafez. Mit Blick auf die Geschichte der iranischen Frauenbewegung und der darin erzählerisch vermittelten Weiblichkeitsbilder fragt sie, inwieweit in diesen Romanen die Darstellung des Iran und der muslimischen Frau westliche Stereotype bedient und inwieweit dies Produkt bewusster Entscheidung und ästhetischer Gestaltung ist. Schritt für Schritt vollzieht die Arbeit kritisch nach, dass und mit welchen literarischen Mitteln die heterogenen Werke dieser Autorinnen politische Maßstäbe des Gastlands antizipieren und so letztlich als literarische Fiktion der öffentlichen Beglaubigung politischer Vor-Urteile dient.

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3 Zur Konstruktion weiblicher Autorschaft in der modernen iranischen Erzählliteratur

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Das folgende Kapitel betrachtet die weibliche Autorschaft in drei Phasen: die weibliche Autorschaft der Kadscharen-Dynastie, der Pahlawi-Dynastie und der postrevolutionären Ära.

Die Herausbildung eines Marktes für die iteratur und die Partizipation von Frauen an diesem Markt erlebte verschiedene historische Entwicklungsstadien. Die über tausendjährige Geschichte persischer Literatur war männlich dominiert, und Frauen spielten als Autorinnen nur selten eine Rolle. Im Allgemeinen hatten die Frauen vor Jahrhunderten in einer von Männern beherrschten Welt kaum die Möglichkeit, einen Platz sowohl in der Gesellschaft als auch in der Literatur zu finden. In der klassischen persischen Literatur fehlen die Frauen als Schriftstellerinnen gänzlich. Ihr Auftreten in den Texten beschränkte sich auf die von Männern dargestellten, kulturell geprägten Welten.195

Die Abwesenheit der Frauen in diesem Bereich wird unterschiedlich interpretiert. Deutlich ist aber die Polarisierung der Geschlechtsverhältnisse, in denen dem Mann Rationalität, gesellschaftliche Produktion und Öffentlichkeit auf der einen und der Frau Emotionalität, private Reproduktion und Häuslichkeit auf der anderen Seite zugeschrieben wurden. Diese Polarisierung schränkte die Entfaltungsmöglichkeiten der Frauen ein. Das Auftreten von Frauen als Autorinnen von Texten in der Welt der Prosa geht auf die Zeit der Kadscharen-Dynastie zurück. Die Anzahl der schreibenden Frauen in dieser Zeit war so gering, dass man kaum von einer weiblichen Autorschaft sprechen kann. Damals begannen jedoch die Frauen der Oberschicht und aus dem königlichen Haus mit ihrem literarischen Engagement. Die Frauen, welche die „Konstitutionellen Bewegung“ unterstützt...

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