Show Less
Restricted access

Die Anforderungen an Aufsichtsräte von Kreditinstituten und Versicherungsunternehmen im Spannungsfeld vom AktG, KWG und VAG

Series:

Niklas Wiechmann

Die derzeitigen Anforderungen an Aufsichtsräte von Banken und Versicherungen sind vielfältig ausgestaltet. Angetrieben von dem Gedanken, dass eine Professionalisierung der Aufsichtsratstätigkeit ein Mittel sei, um weitere Wirtschaftskrisen zu verhindern, sind Aufsichtsräte nach dem AktG, KWG und VAG einer steigenden Regulierung unterworfen. Zunehmende Bedeutung gewinnt die europäische Gesetzgebung welche unter anderem dem soft-law Regulierungsansatz folgt. Der Autor untersucht in diesem Buch die Wechselwirkung von öffentlich aufsichtsrechtlicher und privatrechtlicher Corporate Governance im Spannungsfeld. Dabei geht er auf die rechtsmethodische Figur der „Ausstrahlungswirkung" sowie auf die fachlichen Anforderungen und die Mandatsobergrenze für Aufsichtsräte ein.

Show Summary Details
Restricted access

§ 2 Anforderungen an Aufsichtsratsmitglieder im Aktiengesetz (AktG)

Extract

← 46 | 47 →

§ 2  Anforderungen an Aufsichtsratsmitglieder im Aktiengesetz (AktG)

I.  Einführung

1.  Einführender Überblick der Normen §§ 100, 105 AktG

Die persönlichen Anforderungen an Aufsichtsratsmitglieder nach dem AktG165 ergeben sich aus den Normen §§ 100, 105 AktG. Primäres Regelungsziel ist die Sicherstellung der Effizienz der Unternehmenskontrolle und Vermeidung einer Konzentration von Mandaten166. Hiermit geht wiederum der Schutz der Gläubiger, Minderheitsgesellschafter und Anleger einher167. Während § 100 Abs. 1 AktG nur wenig materielle Vorausetzungen festlegt, bildet § 100 Abs. 2 AktG mit Hinderungsgründen für die Aufsichtsratstätigkeit den Regelungsschwerpunkt168. § 100 Abs. 3 AktG hat die klarstellende Funktion, dass die mitbestimmungsrechtlichen Anforderungen für Arbeitnehmer zu berücksichtigen sind. Weiterhin sind die Regelungen nicht abschließend; so können nach § 100 Abs. 4 AktG unter bestimmten Voraussetzungen weitere persönliche Anforderungen an Aufsichtsratsmitglieder in der Satzung festgesetzt werden. Die normierten Anforderungen sind jedoch infolge des Grundsatzes der Satzungsstrenge nach § 23 Abs. 5 S. 1 AktG nicht dispositiv. Sie bilden mithin die Mindestvoraussetzungen. Von der gemäß § 23 Abs. 5 S. 2 AktG möglichen Festsetzung ergänzender Anforderungen wurde in der Praxis bisher kaum Gebrauch gemacht169. Der zuletzt durch das BilMoG170eingeführte und durch das AReG171 geänderte § 100 Abs. 5 AktG ← 47 | 48 → normiert besondere Voraussetzungen für Aufsichtsräte von Unternehmen von öffentlichen Interesse. Der in § 105 AktG vorgegebene Hinderungsgrund für Aufsichtsräte steht sinnbildlich für die funktionale Organtrennung im dualistischen System.

2.  Hintergrund und...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.