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Migration und sozialer Wandel

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Edited By Nikolaus Dimmel, Franz Gmainer-Pranzl and Sylvia Hahn

Seit 2007 trägt der ULG Migrationsmanagement an der Universität Salzburg dazu bei, Studierenden eine interdisziplinär vermittelte Kompetenz im Bereich Migration zu vermitteln. Dieser Sammelband dokumentiert die wissenschaftlichen Ansätze der entsprechenden migrations-, sozial-, kultur- und religionswissenschaftlichen Module des Curriculums sowie Beiträge von Studierenden, in denen die Themenstellung ihrer Masterarbeit konzentriert vorgestellt wird. Auf diese Weise gewährt das Buch Einblick in ein breites Spektrum von Herausforderungen, die von Fragen der Mindestsicherung, der Pflege und prekärer Beschäftigung bis zum Verständnis von Entwicklung und zum Islamunterricht in der Schule reichen, und leistet dadurch auch einen Beitrag zur Versachlichung und Konkretisierung der Migrationsdebatte.

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Vorwort

Vorwort

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Migration ist eine unhintergehbare soziale Tatsache.1 Migrations- und darauffolgende soziale Integrationsprozesse sind komplex und bedürfen einer integrierten Steuerung (Management). Die involvierten Interessen sind widersprüchlich: das Kapital ist an hoher Produktivität und billigen Arbeitskräften interessiert, der Sozialstaat an hohen Beitragsleistungen, geringer Ausgabenlast und einem stabilen Generationenvertrag. Die nachgefragte Arbeitskraftqualifikation hat sich mit dem Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologien und einem wachsenden tertiären Sektor massiv verändert.

Neben der Wirtschaftsmigration bildet die Fluchtmigration eine zweite Säule der Zuwanderung. Ursächlich dafür sind hauptsächlich religiös motivierte Genozide, autoritäre Regimepraktiken und (Bürger-)Kriege um Ressourcen. Verelendung, Korruption und Gewalt in der vordem kolonisierten Peripherie des kapitalistischen Weltmarktes tragen zu einer zumeist irregulären Wanderungsbewegung durch „Wirtschaftsflüchtlinge“ bei. Zur Wirtschaftsmigration (Arbeitsmigration), Fluchtmigration (Asyl) und irregulären Migration kommt ein weiterer Faktor hinzu, nämlich ein Zusammenwirken aus beschleunigtem Klimawandel, Desertifikation, Artensterben und der Plünderung natürlicher Ressourcen durch multinationale Konzerne, das massive soziale Konflikte um Ressourcen (Wasser) und nutzbare Lebensräume nach sich zieht. Die ihrer Lebensgrundlagen Beraubten finden sich in einer ausweglosen Situation wieder und emigrieren. 2016 lag die geschätzte Zahl der Klimaflüchtlinge bei knapp 60 Mio.; für 2050 ist von 250 Mio. auszugehen.

Migrationsprozesse können rational gesteuert werden. Hierbei spielen soziale Dienstleistungen neben Marktzugängen, (Aus-)Bildungsleistungen und Transferleistungen eine zentrale Rolle. Migrationspolitik kann auch proaktiv die soziale Integration und Inklusion von Migrant/inn/en vorantreiben, Diskriminierung bzw. soziale Exklusion unterbinden und kulturelle Assimilation...

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