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Compliance-Miszellen

Dieter Eisele zum 80. Geburtstag gewidmet

Edited By Stefan Gebauer, Christoph Kirschhöfer and Hagen Repke

Dieter Eisele prägte als erster Leiter einer Compliance-Abteilung (Chief Compliance Officer) einer deutschen Bank und einem deutschen Großunternehmen die Maßstäbe nationaler und internationaler Compliance-Arbeit entscheidend mit. Verbundene Weggefährten und Persönlichkeiten aus Wissenschaft und Praxis gratulieren ihm mit ihren Beiträgen in diesem Sammelband zu seinem 80. Geburtstag. Viele der von Dieter Eisele mit herausgearbeiteten Methoden und Verfahren zur Unternehmenspraxis wirken in die heutige Zeit hinein. Die Abhandlungen nehmen daher das Compliance-Gedankengut aus der beruflich aktiven Zeit von Dieter Eisele auf und reflektieren es im Lichte der aktuellen Bedingungen. Die Autoren sprechen mit ihren Betrachtungen zum Risiko- und Compliance-Management Themen an, die zur weiteren Erörterung und Erforschung der Materie inspirieren sollen.

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Compliance und das Three-Lines-of-Defence-Modell – betriebswirtschaftliche Überlegungen (Anne d’Arcy)

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Anne d’Arcy

Compliance und das Three-Lines-of-Defence-Modell – betriebswirtschaftliche Überlegungen

1. Einleitung

Allgemein bezeichnet der Begriff Compliance die Einhaltung gesetzlicher Bestimmungen und unternehmensinterner Richtlinien.1 Eine generelle Rechtspflicht der Organe des Unternehmens zur Errichtung einer Compliance-Organisation existiert nicht. Es obliegt den Organen des Unternehmens, darüber zu entscheiden, ob sie selbst die Regeltreue eines Unternehmens gewährleisten können oder ob sie hierzu eine Organisation schaffen, an die sie diese Aufgaben delegieren. Allerdings unterliegen die Organe bei ihrer Entscheidung den gesetzlich vorgeschriebenen Sorgfaltsmaßstäben des § 93 Abs. 1 AktG bzw. des § 43 Abs. 1 GmbHG.2 Der in der aktuellen Fassung erweiterte Abschnitt 4.1.3. DCGK sieht zudem vor, dass der Vorstand für angemessene, an der Risikolage des Unternehmens ausgerichtete Maßnahmen im Sinne eines Compliance Management Systems sorgen soll.3

Das Bankenrecht formuliert hingegen eindeutige Anforderungen an die organisatorische Einbindung und Organisation von Compliance für Finanzinstitute in das interne Kontroll- und Überwachungssystem.4 Inspiriert sind die neueren Regelungen dabei u. a. vom Three-Lines-of-Defence-Modell (TLoD), das für das Kontroll- und Überwachungssystem im Unternehmen drei voneinander unabhängige Verteidigungslinien unterhalb der Unternehmensführung vorsieht, die dem Management des Unternehmensrisikos dienen. Die Compliance-Funktion ist←43 | 44→ dabei der zweiten Verteidigungslinie zugeordnet, welche die Funktionsfähigkeit der implementierten Kontrollen überwachen soll.5 Daraus ergeben sich Fragen zur Abstimmung und dem Verhältnis zu anderen Funktionen der zweiten Verteidigungslinie, insbesondere dem Risikomanagement, zur ersten Verteidigungslinie, den Internen Kontrollen, und zur dritten Verteidigungslinie, der Internen Revision.

Im Fokus rechtlicher...

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