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Compliance-Miszellen

Dieter Eisele zum 80. Geburtstag gewidmet

Edited By Stefan Gebauer, Christoph Kirschhöfer and Hagen Repke

Dieter Eisele prägte als erster Leiter einer Compliance-Abteilung (Chief Compliance Officer) einer deutschen Bank und einem deutschen Großunternehmen die Maßstäbe nationaler und internationaler Compliance-Arbeit entscheidend mit. Verbundene Weggefährten und Persönlichkeiten aus Wissenschaft und Praxis gratulieren ihm mit ihren Beiträgen in diesem Sammelband zu seinem 80. Geburtstag. Viele der von Dieter Eisele mit herausgearbeiteten Methoden und Verfahren zur Unternehmenspraxis wirken in die heutige Zeit hinein. Die Abhandlungen nehmen daher das Compliance-Gedankengut aus der beruflich aktiven Zeit von Dieter Eisele auf und reflektieren es im Lichte der aktuellen Bedingungen. Die Autoren sprechen mit ihren Betrachtungen zum Risiko- und Compliance-Management Themen an, die zur weiteren Erörterung und Erforschung der Materie inspirieren sollen.

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Kritik des Compliance-Risikos (Jakob Lohmann)

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Jakob Lohmann

Kritik des Compliance-Risikos

I. Einleitung

„Risiko“ ist ein schwieriger Begriff. Einerseits wird er im alltäglichen Leben gerne und viel benutzt, und jede und jeder hat ein ungefähres Verständnis, was damit gemeint ist.1 Andererseits fällt den meisten Menschen eine echte Definition schwer, genauso wie eine Abgrenzung zu Begriffen wie „Gefahr“ und „Wahrscheinlichkeit“. Bei dem Begriff der „Compliance“ geht es vielen Menschen, auch JuristInnen ganz ähnlich: Eine Idee des Begriffs ist vorhanden, eine tatsächliche Durchdringung nicht immer. Allein die beiden Teile des zusammengesetzten Wortes „Compliance-Risiko“ jeweils für sich sind mithin schwierig, daher kann es nicht überraschen, dass das Kompositum noch größere Probleme in seiner Nutzung aufweist.2

Dieser Artikel hat eine begriffliche Schärfung des Compliance-Risiko-Begriffs zum Ziel. Das erste Beispiel dazu sind das Finanzaufsichtsrecht (KWG) und das Wertpapieraufsichtsrecht (WpHG)3, da in den beiden Gesetzten zwei leicht unterschiedliche Begriffe des Compliance-Risikos genutzt werden, die sich sehr gut zur Veranschaulichung eigenen. Auch wurden zu beiden detaillierte norminterpretierende Verwaltungsrichtlinien (MaRisk zum KWG und MaComp zum WpHG) erlassen die für die Differenzierung genutzt werden können. Danach wird eine Übertragung auf das Compliance-Risiko bei einer Aktiengesellschaft vorgenommen. Analytisch wird weniger die Stochastik als die Risikoethik herangezogen. Ziel ist es nicht, Formeln herauszuarbeiten, sondern Mittel zur Reflektion der Formeln. Im letzten Teil werden die Schlussfolgerungen aus den vorhergehenden Begriffsschärfungen für das erlaubte Risiko gezogen. Die hier aufgezeigte Differenzierung zwischen den verschiedenen Compliance-Risiken wird weder in den...

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