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Erzählanfänge und Erzählschlüsse im Adoleszenzroman

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Nadine Bieker

Der Anfang und das Ende geben einer jeden Erzählung einen Rahmen. Bisher ist jedoch nur unzureichend untersucht worden, wie sich der Anfang, das Ende sowie deren Zusammenhang gestalten. Durch eine strukturalistische Zugangsweise zum Text zeigt der Band je eigene Modelle für die Analyse des Anfangs und des Endes. Eine Übersicht zeigt zudem, wie der Residualtext vom Anfang zum Ende überleiten kann. Der Adoleszenzroman eignet sich als konventionalisierte Kommunikationsform als Grundlage für die Konzeption der Modelle, da durch diese Wahl die Modelle nicht verzerrt werden. Gleichzeitig bahnt diese Subgattung durch ihre sowohl jugend- als auch allgemeinliterarischen Anteile der Übertragbarkeit der Modelle auf andere Gattungen einen Weg.

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1. Einleitung

1. Einleitung

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Ein Ganzes ist, was Anfang, Mitte und Ende hat. Ein Anfang ist, was selbst nicht mit Notwendigkeit auf etwas anderes folgt, nach dem jedoch natürlicherweise etwas anderes eintritt oder entsteht. Ein Ende ist umgekehrt, was selbst natürlicherweise auf etwas anders folgt, und zwar notwendigerweise oder in der Regel, während nach ihm nichts anderes mehr eintritt. Eine Mitte ist, was sowohl selbst auf etwas anderes folgt als auch etwas anderes nach sich zieht. Demzufolge dürfen Handlungen, wenn sie gut zusammengefügt sein sollen, nicht an beliebiger Stelle einsetzen noch an beliebiger Stelle enden, sondern sie müssen sich an die genannten Grundsätze halten. (Aristoteles 1982, 25)

Schon Aristoteles hat sich in seiner Poetik (ca. 335. v. Chr.) die Frage nach den notwendigen Bedingungen des Erzählanfangs, der Mitte einer Erzählung und des Erzählschlusses gestellt. Seine Ausführungen bahnen der Narratologie nicht nur einen ersten Weg, sie werden die meist zitiertesten bezüglich dieser Thematik und für lange Zeit auch die einzigen Überlegungen bleiben, die sich aus theoretischer Sicht dem Erzählanfang, dem Erzählschluss und dem Mittelteil der Erzählung widmen.

Über zweitausend Jahre später fokussieren auch Macauley und Lanning den Erzählanfang sowie den Erzählschluss, jedoch dabei nicht wie bei Aristoteles, um deren jeweils spezifische Konstitution zu bestimmen, sondern um hervorzuheben: „Beginnings lead off, but they must also have the seeds of finality in them.“ (Macauley und Lanning 1990, 26) Sie verweisen darauf, dass der Erz...

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