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Erzählanfänge und Erzählschlüsse im Adoleszenzroman

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Nadine Bieker

Der Anfang und das Ende geben einer jeden Erzählung einen Rahmen. Bisher ist jedoch nur unzureichend untersucht worden, wie sich der Anfang, das Ende sowie deren Zusammenhang gestalten. Durch eine strukturalistische Zugangsweise zum Text zeigt der Band je eigene Modelle für die Analyse des Anfangs und des Endes. Eine Übersicht zeigt zudem, wie der Residualtext vom Anfang zum Ende überleiten kann. Der Adoleszenzroman eignet sich als konventionalisierte Kommunikationsform als Grundlage für die Konzeption der Modelle, da durch diese Wahl die Modelle nicht verzerrt werden. Gleichzeitig bahnt diese Subgattung durch ihre sowohl jugend- als auch allgemeinliterarischen Anteile der Übertragbarkeit der Modelle auf andere Gattungen einen Weg.

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2. Einordnung

2. Einordnung

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Die Narratologie als Wissenschaft der Analyse und Auslegung narrativ organisierter Texte wird in der vorliegenden Arbeit als Heuristik zur Analyse des Erzählanfangs, des Erzählschlusses sowie des Übergangs vom Erzählanfang zum Erzählschluss im Adoleszenzroman verwendet. Zu beachten ist dabei, dass zwar auf das seit Beginn der 1980er zur Verfügung stehende Inventar narratologischer Konzepte und Begriffe zurückgegriffen wird, sich jedoch bis heute kein grundlegendes narratologisches Konzept zu Erzählanfängen und Erzählschlüssen – weder in Bezug auf die Allgemeinliteratur noch für die Kinder- und Jugendliteratur – konstituiert hat.7 Für beide Romanteile gilt vielmehr, dass sich neben- und nacheinander verschiedene Literaturwissenschaftler*innen aus verschiedenen Perspektiven in unterschiedlichen Zusammenhängen unabhängig voneinander mit diesen Problemfeldern auseinandergesetzt haben, weshalb das dieser Arbeit zugrundeliegende Sekundärtextkorpus stark heterogen ist. Diese Heterogenität wird dadurch verstärkt, dass die Narratologie auch hier nicht als eigenständige Disziplin verstanden wird, da sie von Beginn an interdisziplinär verortet und verstanden worden ist; so ist ein wichtiges Sekundärwerk für diese Arbeit Helmut Bonheims textlinguistische Arbeit The Narrative Modes. Techniques of the Short Story (1982).

Im Folgenden wird eine tabellarische Übersicht präsentiert (Tab. 1), die aufzeigt, welche Wissenschaftler*innen mit ihren jeweiligen Arbeiten nicht nur welchen Entwicklungsphasen der Narratologie (vgl. Schönert 2006) zugeordnet werden können, sondern auch, für welchen Textteil (Erzählanfang, Residualtext, Erzählschluss) ihre Konzepte in dieser Arbeit fruchtbar gemacht werden8. Vorab werden die vier Entwicklungsphasen der Narratologie (vgl. Schönert...

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