Show Less
Restricted access

Erzählanfänge und Erzählschlüsse im Adoleszenzroman

Series:

Nadine Bieker

Der Anfang und das Ende geben einer jeden Erzählung einen Rahmen. Bisher ist jedoch nur unzureichend untersucht worden, wie sich der Anfang, das Ende sowie deren Zusammenhang gestalten. Durch eine strukturalistische Zugangsweise zum Text zeigt der Band je eigene Modelle für die Analyse des Anfangs und des Endes. Eine Übersicht zeigt zudem, wie der Residualtext vom Anfang zum Ende überleiten kann. Der Adoleszenzroman eignet sich als konventionalisierte Kommunikationsform als Grundlage für die Konzeption der Modelle, da durch diese Wahl die Modelle nicht verzerrt werden. Gleichzeitig bahnt diese Subgattung durch ihre sowohl jugend- als auch allgemeinliterarischen Anteile der Übertragbarkeit der Modelle auf andere Gattungen einen Weg.

Show Summary Details
Restricted access

3. Theoretische Grundlagen und Vorüberlegungen zum Erzählanfang

3. Theoretische Grundlagen und Vorüberlegungen zum Erzählanfang

Extract

Dieses Kapitel beginnt mit der Erläuterung, den Erzählanfang, der aus dem ersten Satz sowie der ersten Handlungssequenz15 besteht, hinsichtlich seines Expositionalitätsgrades zu analysieren.

Bonheim (1982) baut sein Modell des Erzählanfangs auf der Idee der Expositionalität16 auf, wobei darunter eine schrittweise, wohlgeordnete und kontinuitätsbewusste Informationsvergabe zu verstehen ist, die der Leser*in zunächst die für das Verständnis der Geschichte erforderlichen Voraussetzungen präsentiert (vgl. Krings 2004, 169)17.

Manfred Pfister definiert die Exposition in Bezug auf das Drama, wo der Begriff seinen Ursprung hat, als

die Vergabe von Informationen über die in der Vergangenheit liegenden und die Gegenwart bestimmenden Voraussetzungen und Gegebenheiten der unmittelbar dramatisch präsentierten Situation (Pfister 1994, 124),

wodurch offensichtlich wird, dass der Begriff in seiner Verwendung bei Bonheim und auch in dieser Arbeit von der Ursprungsdefinition nicht deutlich abweicht, sondern vielmehr seine Charakteristika fruchtbar gemacht werden für eine narratologische Applikation.

Die Untersuchung des Expositionalitätsgrades scheint folglich ein probates Mittel für die Analyse des Erzählanfangs zu sein, da der Anfang einer jeden Erzählung in seinem Expositionalitätsgrad bestimmt werden kann: In der Regel ist es so, dass eine jede Erzählung – ganz gleich, wie sie konzipiert ist – in plausibler Weise funktionieren, das heißt die Leser*in stets an der entsprechenden Stelle auf bestmögliche Weise mit den notwendigen Informationen versorgen möchte18. Durch die Einordnung nach dem Grad der Expositionalität wird folglich...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.