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Bundesordnung in der deutschen Geschichte

Christian Gellinek

Die Hauptstadtlosigkeit Deutschlands geht mit einer uns eigenen Bundesordnung Hand in Hand, die sich in verschiedenen Epochen auf zentrale Orte, bestimmte Burgen und dem Reiche zugewandte Klöster verteilt in größeren oder kleineren Territorien von Süden und Südwesten ab der Donau bis zur Wiedau, und manchmal nur bis zur Eider. Sie erstreckt sich in nördlicher Richtung, und auch vom Rhein bis zur Oder in östlicher. In dieser Wissensstudie wird die Bundesordnung als mittragendes Element der deutschen Geschichte in ihrer politischen Entwicklung vorgeführt. Die regulären Königswahlen fanden in Frankfurt am Main, die Krönungen ursprünglich in Aachen statt. Manche Orte wandten sich zeitweise dem Deutschen Reich zu, manche für immer von ihm ab. Die bündische Bestimmung wurde auf dem Wiener Kongress von Österreich, Russland, England, Preußen und endlich auch Frankreich durch Talleyrand durchgesetzt. Diese Grundlage erfüllte sich erst im Bonner Grundgesetz.

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Achtes Kapitel: 1871 Preußisch-Kleindeutsche Reichskanzlerschaft

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Otto von Bismarck (1815–1898) wurde in die zweite Kammer des Preußischen Landtags 1849 gewählt. Er zog mit seiner Familie nach Berlin um und entwickelte sich dort zum Berufspolitiker. Er trat für die Ablehnung von Kaiserwürde und Reichsverfassung durch Friedrich Wilhelm IV. ein, weil Preußen nach seiner damaligen Meinung nicht in Deutschland aufgehen sollte. Die nationale Frage verlief für ihn wie auf zwei Spuren. Dann wurde er in das Volkshaus des Erfurter Parlaments gewählt. In dieser Stadt bildete er sich zu einem bedeutenden Parlamentsredner aus. Bismarck wurde 1851 zum Preußischen Gesandten beim Bundestag in Frankfurt am Main ernannt. Der König berief ihn 1854 in das Preußische Herrenhaus. Das von Bismarck provozierte Duell mit Vincke hat Bismarck zu Ansehen verschafft und ihm politisch genützt. [Nebenbei bemerkt schlug sich der Student in Göttingen 25mal in Forderungsmensuren und wurde nur einmal ]. Er entwickelte später von 1858 bis 1861 seine diplomatische Karriere. Gilt der Wahlspruch der preußischen Könige “Justitia fundamentum regnorum“ (Lothar Gall, Bismarck. 2004, S. 279), verdrehte diesen der Kladderadatsch in einer Karikatur am 6. Februar 1863 in sein Gegenteil. Nachdem Prinz Wilhelm die Regentschaft für seinen Bruder übernommen hatte, sprach Bismarck in einer Denkschrift überraschend von „einer nationalen Mission Preußens“. „Es war sein Ziel, den deutschen Nationalismus einer Stärkung der preußischen Macht dienstbar zu machen.“ (Volker Ulrich, Otto von Bismarck, Rowohlt 1998, S. 52); 1859 wird er zum...

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