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Bundesordnung in der deutschen Geschichte

Christian Gellinek

Die Hauptstadtlosigkeit Deutschlands geht mit einer uns eigenen Bundesordnung Hand in Hand, die sich in verschiedenen Epochen auf zentrale Orte, bestimmte Burgen und dem Reiche zugewandte Klöster verteilt in größeren oder kleineren Territorien von Süden und Südwesten ab der Donau bis zur Wiedau, und manchmal nur bis zur Eider. Sie erstreckt sich in nördlicher Richtung, und auch vom Rhein bis zur Oder in östlicher. In dieser Wissensstudie wird die Bundesordnung als mittragendes Element der deutschen Geschichte in ihrer politischen Entwicklung vorgeführt. Die regulären Königswahlen fanden in Frankfurt am Main, die Krönungen ursprünglich in Aachen statt. Manche Orte wandten sich zeitweise dem Deutschen Reich zu, manche für immer von ihm ab. Die bündische Bestimmung wurde auf dem Wiener Kongress von Österreich, Russland, England, Preußen und endlich auch Frankreich durch Talleyrand durchgesetzt. Diese Grundlage erfüllte sich erst im Bonner Grundgesetz.

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Neuntes Kapitel: 1933 Entstellung des Nationalstaats bis 1945 durch einen Österreicher

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Es besteht ein Zusammenhang zwischen dem Österreichertum Adolf Hitlers (1889–1945), das nicht echt im Volkstum verwurzelt war und seiner Pseudo-Deutschheit. Er sah nicht fesch wie ein junger Österreicher aus, sondern unsicher und unsportlich wie ein bärbeißiger Bayer. Vater Alois Hitler verdiente sein Auskommen als Zollbeamter in Braunau am Inn, also der bayerischen Grenze; er prügelte seinen Sohn, den er für einen zuchtlosen hielt und gewöhnte Adolf an zu lügen. Sein Sohn sprach Bayerisch wie seine Mutter, und nicht Österreichisch, wie sein Vater. Beide Sprechweisen waren in Braunau üblich. Adolf verließ vorzeitig die Realschule, wurde bei der Kunstakademie zweimal nicht angenommen und drückte sich vor dem heimischen Militärdienst in der k. u. k. Armee. Er ging über die Grenze und meldete sich bei einem Bayerischen Regiment und diente sich an, bis er bei gefährlichen Meldegängen zum Gefreiten befördert wurde und das E. K. II, im August 1918 das E. K. I erhielt.

Was Hitler als bedenkenloser Putschist 1923 nicht erreichen konnte, vertagte er auf 1933 und einen rechtmäßigen Aufstiegsweg zu einer Ernennung zum Reichskanzler. Während seiner Inhaftierung schrieb er in der Festung Landsberg Mein Kampf als politische Biographie. Er benutzte drinnen und draußen immer öfter die Methoden eines . Er verbarg vor seiner Umgebung (vor allem vor Präsident Hindenburg und seinem Sohn Oskar) seine wahren Absichten. So wie er das landständisch Österreichische vom Bayerischen psychologisch...

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