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Poetische Vereinnahmung gelehrten Wissens bei Konrad von Würzburg, Frauenlob und Heinrich von Mügeln

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Florian Führen

Der Band widmet sich der dichterischen Weiterverarbeitung von Fachvokabular und wissenschaftlichen Modellen. Hierzu vergleicht der Autor drei Dichter des Spätmittelalters, die zunehmend ihre Texte mit Fachwissen anreichern und als Blümer oder Meister nicht hinreichend erfasst sind. Um die Ergebnisse der interdisziplinären Analysen nicht einem neuen Fachbegriff unterordnen zu müssen, wendet er Ansätze aus der Motiv- und Überlieferungsanalyse mit Wissenschaftsgeschichte und Rhetorik überschneidend an, ohne die Ergebnisse anschließend künstlich zu synthetisieren. Das Buch soll somit helfen, die Autoren vor dem Hintergrund ihrer fachwissenschaftlichen Vorbildung zu betrachten und auf Probleme der Gattungstheorie hinzuweisen, die diese Grauzone bislang nicht begrifflich fassen kann.

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2. Konrad von Würzburg

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2.  Konrad von Würzburg

In vielfacher Hinsicht stellt Konrad von Würzburg den Ausgangspunkt der hier betrachteten Stilgesten dar. Oftmals lassen sich Konrads Stilmittel aber nicht dem Themenspektrum seiner Nachfolger zuordnen; vielmehr sind sie seiner Tendenz zur stofflichen Anreicherung und Reimvariation geschuldet, die erst jenen Anlass gab, Begriffe herauszugreifen und thematisch zu vertiefen. Um jene Nachfolger jedoch angemessen betrachten zu können, ist ein Blick auf Konrads Textgestaltung unerlässlich. Im weiteren Verlauf dieser Arbeit wird es notwendig sein, auf Konrads Metaphorik zurückzuverweisen. Unter Umständen wird sich aber die Rekontextualisierung einiger Bilder von alleine ergeben. Konrad muss wohl mit Blick auf die Forschungsgeschichte als das Paradebeispiel des Blümers gelten, in ähnlicher Weise wie Frauenlob oder Mügeln für ihren Gelehrtenstatus bekannt sind, sodass die hier präsentierte Reihe von Autoren auch der Feinabstimmung ebenjener Autorenkategorien dienen soll. Diese muss der Vorstellung der Blümer oder der meister nicht überlegen sein, erlaubt jedoch Vergleiche und Gegenüberstellungen, die sonst aufgrund der gewählten Terminologie schwererfallen.

Folglich soll auch ein Teil der Konrad-Forschung, der sich diesen Themen bereits gewidmet hat, Erwähnung finden. Da Brandt bereits umfassende Forschungsberichte über die letzten 30 Jahre vorgelegt hat,115 kann man sich hier auf diejenigen Arbeiten beschränken, welche ähnliche Ziele verfolgen wie diese oder ihr thematisch nahestehen:

Auch wenn Butzmanns Arbeit sich Konrads Sprachstil widmet, so findet sich dort schon das Bemühen um das Verständnis von ‚Lehre...

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