Show Less
Restricted access

Islam auf dem Balkan

Muslimische Traditionen im lokalen, nationalen und transnationalen Kontext

Series:

Edited By Jordanka Telbizova-Sack and Christian Voß

Die 13 interdisziplinär ausgerichteten Beiträge des Sammelbandes fokussieren die religiöse Landschaft des Balkans im Kontext zunehmender Globalisierung, erhöhter Mobilität und postsozialistischer Transformation. In den Panels «Historische Perspektiven: Islam, Staat und Politik», «Pluralisierung und Transformation», «Türkei: Transnationale Verflechtungen und Innenpolitik» und «Diversität, Identität und Debatten» werden politische, religiöse und kulturelle Prozesse auch im historischen Aufriss dargestellt und analysiert. Dabei richtet sich der Blick sowohl auf die institutionelle Erneuerung und innere Diversifizierung als auch auf das komplizierte Verhältnis zwischen Staat, Politik und muslimischen Bevölkerungsgruppen.

Show Summary Details
Restricted access

Dschihadistische Propaganda und der Balkan (Rüdiger Lohlker)

Extract

Dschihadistische Propaganda und der Balkan

Rüdiger Lohlker

In den 1990er Jahren war der Balkan und insbesondere Bosnien ein wichtiger Anziehungspunkt für dschihadistische foreign fighter, die nach dem vorläufigen Ende der dschihadistischen Operationsmöglichkeiten in Afghanistan eine neue Front suchten. Die dschihadistische Präsenz in Bosnien blieb auch nach dem Ende des Bosnienkrieges erhalten. Auch aus Mitteleuropa – insbesondere Österreich – bis zum nördlichen Deutschland gab es Verbindungen nach Bosnien, auch von Italien aus konnten ähnliche Netzwerke identifiziert werden. Nach dem Ende des Bosnienkrieges bewegten sich dschihadistische Kämpfer auch in den Kosovo und nach Mazedonien.1 Der Balkan war also schon länger Bestandteil dschihadistischer Netzwerke.2

Mit Beginn des Aufstandes in Syrien 2011 und der Militarisierung des Konfliktes in den Folgejahren wuchs auch die Zahl der foreign fighter in Syrien.3 Eine kleinere Zahl solcher Kämpfer aus den Balkanländern wird gezählt.4

Rechnen wir die Zahl der nach Syrien gegangenen foreign fighter prozentual, wird deutlich, dass nicht die Balkanländer Hauptexporteure der foreign fighter sind, vielmehr westeuropäische Staaten. Die Berechnung erfolgt nach „foreign fighter per muslimische Bevölkerung”, da die häufig verbreitete Berechnung nach „foreign fighter per Gesamtbevölkerung” das Bild völlig verzerrt. Ein Beispiel: Berechnen wir nach der letztgenannten Methode, erhalten wir 0,0067% der kosovarischen Bevölkerung und 0,0019% der französischen. Berechnen wir nach der ersten Methode, erhalten wir einen leichten Anstieg des ← 101 | 102 → kosovarischen Anteils auf 0,007%, aber einen wesentlichen...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.