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Migration und Interkulturalität

Theorien – Methoden – Praxisbezüge

Edited By Kerstin Störl

Der massenhafte Zustrom von Menschen aus Syrien, nah- und fernöstlichen Ländern, Afrika und Nicht-EU-Staaten des Balkans, die 2015 und 2016 in Deutschland Asyl suchten, wurde als »Flüchtlingskrise« wahrgenommen. Der vorliegende Band enthält historische, philosophische, kulturwissenschaftliche, psychologische, linguistische und kommunikationswissenschaftliche Studien, die dieses aktuelle Migrationsphänomen und damit im Zusammenhang stehende Kulturkontaktsituationen interdisziplinär und anhand empirischer Daten beleuchten. Das Ziel ist die wissenschaftliche Diskussion anzuregen sowie Praxisvertretern fundierte Argumente anzubieten, um sich mit Missverständnissen in der Bevölkerung auseinander zu setzen, Lösungsmöglichkeiten aufzuzeigen und den gegenseitigen Respekt voreinander zu fördern.

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Das Fremde als Anspruch

Das Fremde als Anspruch

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Dorothee Röseberg

The foreign as a claim

In the postcolonial discussion, the foreign experienced an enormously positive re-evaluation as of self-enlightenment. However, is this also valid when the experience of the foreign takes place out of necessity or by force? Are there any scientific approaches that can capture and describe different experiences with the foreign? Additionally, how could such approaches be used in politics and in everyday experience? Given these questions, this paper examines on the one hand, the specifics of the foreign in connection with escape, and, on the other hand, presents phenomenological and system-theoretical approaches, that can be used for elaborating context-specific sets of methods.

Es dürfte einleuchten, dass Flucht und Fremdheit auf das Engste miteinander verbunden sind. Betrachtet man die einschlägige Forschung zu Migration und Interkulturalität, so lassen sich zunächst zwei Befunde formulieren, die auf Defizite verweisen: 1. Flucht und Flüchtlinge lagen lange Zeit im toten Winkel der wissenschaftlichen Beschäftigung mit dem Fremden, vor allem in der theoretischen Literatur (vgl. Wierlacher 1993). 2. Anders als zu erwarten, ist das Fremde kein Leitbegriff der reichen Interkulturalitätsforschung (Röseberg 2018).

Vor diesem Hintergrund soll es zunächst um die Frage gehen, ob es sich bei der Flucht um eine besondere Form der Migration handelt und wenn ja, welche Konsequenzen hieraus für die Qualität von Fremderfahrungen geflüchteter Menschen erwachsen. In einem zweiten Teil werden zwei wissenschaftliche Ansätze zur Beschreibung von...

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