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Migration und Interkulturalität

Theorien – Methoden – Praxisbezüge

Edited By Kerstin Störl

Der massenhafte Zustrom von Menschen aus Syrien, nah- und fernöstlichen Ländern, Afrika und Nicht-EU-Staaten des Balkans, die 2015 und 2016 in Deutschland Asyl suchten, wurde als »Flüchtlingskrise« wahrgenommen. Der vorliegende Band enthält historische, philosophische, kulturwissenschaftliche, psychologische, linguistische und kommunikationswissenschaftliche Studien, die dieses aktuelle Migrationsphänomen und damit im Zusammenhang stehende Kulturkontaktsituationen interdisziplinär und anhand empirischer Daten beleuchten. Das Ziel ist die wissenschaftliche Diskussion anzuregen sowie Praxisvertretern fundierte Argumente anzubieten, um sich mit Missverständnissen in der Bevölkerung auseinander zu setzen, Lösungsmöglichkeiten aufzuzeigen und den gegenseitigen Respekt voreinander zu fördern.

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Transgenerationale Auswirkungen von Krieg, Verfolgung und Flucht: Implikationen für die Integration von Flüchtlingen in Deutschland

Transgenerationale Auswirkungen von Krieg,

Verfolgung und Flucht: Implikationen für die

Integration von Flüchtlingen in Deutschland

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Cordula von Denkowski

Transgenerational effects of war, persecution and forced migration: implications for refugee integration in Germany

This chapter examines the transgenerational transmission of trauma related to armed conflict, persecution and forced migration. Drawing on studies of transgenerational transmission both in families of Holocaust survivors and in families of perpetrators and collaborators of the Nazi-Regime, as well as on literature on transgenerational processes in contemporary refugees, the author discusses implications for the integration of refugees in Germany.

Angesichts der medial vielfach beschworenen „Flüchtlingskrise“ entstand in den vergangenen drei Jahren oftmals der Eindruck, Migration und Flucht hätten ihren Ursprung immer außerhalb Europas. Im politischen Diskurs wird häufig das Bild von der „Festung Europa“ gebraucht, deren Wohlstand und Sicherheit gegen den Zustrom des globalen Elends und Terrors zu verteidigen sei.

Ein Blick zurück in die jüngste Vergangenheit verdeutlicht jedoch, dass Krieg, Verfolgung und Flucht keineswegs ein rein außereuropäisches Phänomen sind: In den 1990er Jahren flohen Hunderttausende von Menschen aus dem ehemaligen Jugoslawien nach Deutschland und in andere EU-Staaten. Diese Zahlen erscheinen jedoch verschwindend klein gegenüber den mindestens 30 Millionen Menschen, die sich nach Ende des Zweiten Weltkriegs in Europa auf der Flucht befanden, davon zwei bis drei Millionen innerhalb Deutschlands (Ther 2017: 8). Migration in ihren verschiedenen Formen stellte seit dem 19. Jahrhundert in Europa und Deutschland keine Ausnahme, sondern den „Normalfall“ dar (Bade/Oltmer 2004).

Das Verlassen der Heimat und die Einwanderung...

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