Show Less
Restricted access

Die Schiedsrichterkündigung im deutschen und US-amerikanischen Recht

Series:

Tim Brockmann

Schiedsgerichtsbarkeit erfährt seit langer Zeit Zulauf. Steigende Fallzahlen, hohe Streitwerte und immer professionellere Akteure im nationalen und internationalen Kontext bringen den Bedarf nach dezidierter Festsetzung schiedsrichterlicher Rechte und Pflichten mit sich. Die Kündigung des Schiedsrichtervertrages durch den Schiedsrichter und die daraus resultierenden, haftungsrechtlichen Konsequenzen sind ein praktisch, wirtschaftlich und wissenschaftlich bedeutsames Thema und trotzdem kaum in Kommentarliteratur und Schiedsregeln aufbereitet. Die vergleichende Analyse des Schiedsrichtervertrages im deutschen Recht und dem arbitrator´s contract im US-amerikanischen Recht zeigt, dass die Möglichkeit der Kündigung bestehen muss.

Show Summary Details
Restricted access

§ 1. Problemaufriss

Extract



“Arbitration is no longer a gentlemanly and somewhat academic exercise following which all concerned shake hands and walk away with a smile” - high amounts in dispute, professional procedure and legal experts make national and international arbitration serious business. Parties to an arbitration agreement may ideally agree on the question of whether they should arbitrate, the rest of the procedure may often be characterized be disagreement, obstructive technics and all sorts of possibly unethical but legally permissible behavior. Arbitrators might suffer directly or indirectly from this, as a consequence it seems appropriate to investigate on the arbitrator’s possibilities to terminate the arbitrator’s contract. Naturally, questions of liability arise with the deemed possibility of an arbitrator’s termination of contract. Although it is generally accepted, that the principal of judicial immunity is generally applicable to arbitration it seems more challenging to apply this privilege to acts of contract termination or acts of reassignment.

A. Ausgangsfrage

Die Schiedsgerichtsbarkeit wird häufig als konsensuale, kostengünstige, flexible und weniger zeitintensive Alternative zur ordentlichen Gerichtsbarkeit dargestellt.1 Die vielfach wiederholten und unablässig in der Literatur hervorgehobenen Vorteile der Schiedsgerichtsbarkeit2 mögen solange zutreffen, wie alle Verfahrensbeteiligten tatsächlich zusammenwirken und an einem Schiedsspruch, egal welcher Art, interessiert sind.3 Gleichzeitig ist die Schiedsgerichtsbarkeit, genau wie die ordentliche Gerichtsbarkeit, gegenüber Störungen oder unvorhergesehenen Ereignissen im Verfahrensverlauf anfällig.4 Es mag beispielsweise zwar noch der notwendige Konsens über die Auswahl des Streitentscheidungsverfahrens bei Unterzeichnung der Schiedsklausel bestanden haben, spätestens...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.