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Rudolf Alexander Schröder und Ernst Zinn: Briefwechsel 1934–1961

Kommentierte Edition

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Edited By Hans-Albrecht Koch

Dreißig Jahre lang unterstützte den Dichter und Übersetzer Rudolf Alexander Schröder, den herausragenden Wegbereiter und eigenständigen Vertreter der literarischen Moderne, der Altphilologe und Komparatist Ernst Zinn, Editor der Werke Rilkes, Borchardts und Kassners. 1934 begann ein Briefwechsel, der bis an Schröders Lebensende anhielt und dessen Horaz- und Vergil-Übertragungen erst ermöglichte.

Die Edition vereint die rund 120 Briefe, Karten und Telegramme, darunter auch einige von Zinns Frau, der Sängerin Walburga Zinn, und Schröders Schwester, Dora Schröder, die aufseiten des Dichters einen Teil der Korrespondenz erledigte. Ein ausführlicher Kommentar ergänzt die Briefe, ordnet diese in ihren Kontext ein und erläutert historische Details und Anspielungen.

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Rudolf Alexander Schröder und Ernst Zinn: Briefwechsel und Kommentar

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Wilhelmshaven,

am 16. Dezember 34.

6. Komp. II./ – S. D. N.

Hochverehrter Herr Dr. Schröder,

Ihre gütige Erlaubnis, Ihnen gelegentlich einmal in Bremen einen Besuch machen zu dürfen, ist etwas so Besonderes und Wertvolles für mich, daß ich eine Gelegenheit, die sich mir nun zur Erfüllung des lange Jahre hindurch gehegten Wunsches anbietet, nicht vorüber zu lassen mich entschließen kann, ohne mir wenigstens eine bescheidene Anfrage bei Ihnen erlaubt zu haben; denn freilich ist der Zeitpunkt jetzt so ungeschickt daß er Ihnen wahrscheinlich ungelegen sein muß.

Ich stehe vor dem Abschluß einer dreimonatlichen [!] Ausbildung als Freiwilliger bei der hiesigen Schiffsstammdivision der Nordsee; wir werden am 22sten entlassen und ich fahre dann mit dem Mittagszuge von hier über Bremen nach Berlin. Da wir einen Urlaub nach auswärts während dieser ganzen Zeit nicht erhielten, – sonst hätte ich daran denken können, einmal nach Bremen zu fahren –, so wär ich sehr glücklich, wenn ich meine Heimreise in Bremen unterbrechen könnte, um Ihnen, am Nachmittag des 22sten, meine Aufwartung zu machen. Freilich weiß ich nicht, ob Sie jetzt in Bremen sind, und vor allem: zwei Tage vor Weihnachten Ihnen einen Besuch zuzumuten, dürfte ich gar nicht wagen. Darf ich Sie bitten, hochverehrter Herr Doktor, meine Bitte nicht für unbescheidner zu halten als sie gemeint ist, – es würde mir ja so...

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