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Sängerliebe – Sängerkrieg

Lyrische Narrative im ästhetischen Gedächtnis des Mittelalters und der Neuzeit

Edited By Nikolas Immer and Cordula Kropik

Geschichten über die Liebe und den Streit mittelalterlicher Sänger haben eine lange Tradition. So berichten Dichter vom Mittelalter bis in die Gegenwart vom Tannhäuser im Venusberg, von Meistersängern in- und außerhalb Nürnbergs oder vom Sängerkrieg auf der Wartburg. Imaginationen lyrischer Handlungs- und Lebensweisen verdichten sich dabei zu einer spezifisch selbstbezogenen Reflexion über Kunst. Die Frage, inwiefern darin zugleich ein Phänomen ästhetischer Gedächtnisbildung vorliegt, bildet den Gegenstand des Sammelbandes. Er spannt den Bogen von den mittelalterlichen Textzeugen hin zu neuzeitlichen Adaptionen von der Romantik bis in die Postmoderne.

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Fouqués Sängerkrieg auf der Wartburg – eine „genialische Composition“? (Alexander Quack)

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Alexander Quack

Fouqués Sängerkrieg auf der Wartburg – eine „genialische Composition“?

Abstract: The following article addresses the romantic poetic play Der Sängerkrieg auf der Wartburg (1828) by Friedrich Baron de la Motte Fouqué. The introductory reference to the contemporary reactions evoked by the adaption of this piece is followed by illustrations regarding the relevant sources and templates. Drawing on Fouqué’s reframing of the source material that was canonical since the Middle Ages, I will examine to what extent the encounter between Heinrich von Ofterdingen and Sappho’s spirit can be interpreted in terms of aesthetic memory. Important here are biographical aspects of the Greek poet as well as an element of the antique metrics attributed to her impact. Finally, I consider the degree in which Fouqué has meant to show that poetry needs to comply with Christian faith.

1. Zur Rezeption des Dichterspiels

In einem dem Nürnberger Meistersinger Hans Sachs gewidmeten „Bändchen“ würdigt der Herausgeber das von Friedrich Baron de la Motte Fouqué im Jahre 1828 publizierte Dichterspiel Der Sängerkrieg auf der Wartburg als ein „Geisteserzeugnis, das einzig in der teutschen Literatur [sei].“1 Fouqué habe den Wartburgkrieg „durch seine genialische Composition so idealisch dargestellt“, dass es unvorstellbar scheint, „die künstliche und wahrhaft geistvolle Anlage dieser Dichtung“ nicht wertschätzen zu können.2 Ähnlich hohe Töne schlägt ein anonymer Rezensent in der Allgemeinen Literatur-Zeitung an, wenn er das Dichterspiel zu E.T.A. Hoffmanns Erz...

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