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Genustransfer durch «Thinking for Speaking»

Kognitive Muster und ihre Bedeutung für den DaF-Unterricht

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Katharina Hirt

Wie wirken sich kognitive ‚Thinking for Speaking’ Muster auf das Fremdsprachenlernen aus? Dieser Frage geht die Autorin mithilfe einer empirischen Untersuchung an deutschen Muttersprachlern nach, die Genustransfer anhand der Pronominalisierung und Kategorisierung von belebten, nicht-menschlichen Referenten (Tiernomen) beim Sprechen des Englischen erforscht. Chinesische und englische Muttersprachler dienen als Vergleichsgruppe. Die Ergebnisse zeigen, dass der Genustransfer durch eine unbewusste Fehlinterpretation des Genus zum Sexus ausgelöst wird. Die Existenz solcher kognitiven Muster bedeutet, dass das Erlernen einer neuen Sprache das Erlernen neuer Muster erfordert. Die Autorin folgert, dass die Genusvermittlung einen höheren Stellenwert im DaF-Unterricht erhalten sollte, um die kognitive Umstrukturierung zu fördern.

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1. Theoretische Grundlagen

1. Theoretische Grundlagen

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This chapter is concerned with the theoretical basis for the study on gender transfer caused by cognitive patterns invoked by language. The theoretical basis for the conducted study is Dan I. Slobin’s Thinking for Speaking Theory which suggests an online effect of language on thought and is supported by empirical evidence from cognitive research and more specific research on Crosslinguistic Influence.

In diesem Kapitel wird ein Überblick über die Debatte um die Beziehung zwischen Sprache und Denken oder allgemeiner formuliert zwischen Sprache und Kognition gegeben, zu der die vorliegende Arbeit einen Beitrag leisten möchte.

Zunächst werden die Positionen mehrerer Disziplinen, die sich mit dieser Thematik auseinandersetzen, vorgestellt und dargelegt, auf welchen Theorien meine in Kapitel 4 präsentierte Studie basiert. Im Anschluss an die theoretischen Grundlagen und der Festlegung auf den für die vorliegende Arbeit relevanten theoretischen Ansatz werden die Begriffe Sprache, Wahrnehmung, Denken und Kognition definiert, da sie im weiteren Verlauf der Arbeit häufig verwendet werden und unterschiedliche Definitionen zulassen.

Die Frage nach dem Zusammenhang von Sprache und Kognition haben in der Vergangenheit bereits viele Philosophen und Wissenschaftler aus Sprachwissenschaft, Psychologie, Kognitionswissenschaften und Neurowissenschaften behandelt, aufgrund dessen sich Teildisziplinen wie Psycho- und Neurolinguistik und die kognitive Linguistik entwickelt haben. Die nachfolgenden Abschnitte sind in die verschiedenen Disziplinen gegliedert, die sich mit dieser Thematik beschäftigt haben bzw. weiterhin beschäftigen. Gerade in den Anfängen der Sprachwissenschaft fällt eine Trennung zwischen philosophischer und linguistischer Betrachtungsweise schwer, da die...

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