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Genustransfer durch «Thinking for Speaking»

Kognitive Muster und ihre Bedeutung für den DaF-Unterricht

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Katharina Hirt

Wie wirken sich kognitive ‚Thinking for Speaking’ Muster auf das Fremdsprachenlernen aus? Dieser Frage geht die Autorin mithilfe einer empirischen Untersuchung an deutschen Muttersprachlern nach, die Genustransfer anhand der Pronominalisierung und Kategorisierung von belebten, nicht-menschlichen Referenten (Tiernomen) beim Sprechen des Englischen erforscht. Chinesische und englische Muttersprachler dienen als Vergleichsgruppe. Die Ergebnisse zeigen, dass der Genustransfer durch eine unbewusste Fehlinterpretation des Genus zum Sexus ausgelöst wird. Die Existenz solcher kognitiven Muster bedeutet, dass das Erlernen einer neuen Sprache das Erlernen neuer Muster erfordert. Die Autorin folgert, dass die Genusvermittlung einen höheren Stellenwert im DaF-Unterricht erhalten sollte, um die kognitive Umstrukturierung zu fördern.

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5. Konsequenzen für den DaF-Unterricht

5. Konsequenzen für den DaF-Unterricht

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The information on cognitive processes underlying grammatical features is valuable for teachers of German as a foreign language because it increases their awareness of the cognitive imprint caused by the German gender system.

Wie in der Einleitung formuliert, stellt der Genuserwerb eines der Hauptprobleme beim Erlernen des Deutschen dar. Die hier vorgestellte Studie verdeutlicht, dass Sprecher aus genusindifferenten Sprachen das sprachabhängige Konzept Genus beim Erlernen einer Genussprache neu erwerben bzw. bereits erworbene TfS-Muster überwinden müssen. Für deutsche Muttersprachler bedeutet die kognitive Verankerung des Genus, dass sie zu einer unbewussten Fehlinterpretation des Genus zum Sexus neigen und dies beim Sprechen einer Fremdsprache zu nicht-zielsprachlichem Einsatz von Pronomen führen kann. Für den DaF-Unterricht ist jeodch besonders wichtig, dass Lehrkräfte Sprechern aus genusindifferenten Sprachen den Unterschied zwischen Genus und Sexus verdeutlichen müssen, um langfristig Frustrationen zu vermeiden. Für deutsche Muttersprachler ist Genus ein selbstverständlicher Bestandteil des Deutschen, sodass sie als Lehrkräfte zunächst für diese Problematik sensibilisiert werden müssen. Dafür ist es notwendig, die dahinter liegenden kognitiven Prozesse zu verstehen und TfS-Muster aufzudecken, wozu die hier durchgeführte Studie einen Beitrag leisten konnte. Als nächsten Schritt müssen diese Erkenntnisse bei der Konzeption des DaF-Unterrichts berücksichtigt werden, in dem eine auf den Erwerb des sprachabhängigen Konzeptes Genus ausgerichtete Lehrmethode entwickelt wird. Um diese kognitive Umstrukturierung zu unterstützen, sollten die Tendenzen zum sprachkontrastiven Vorgehen, die bereits heute in der Sprachlernforschung zum Einsatz kommen, noch st...

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