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Genustransfer durch «Thinking for Speaking»

Kognitive Muster und ihre Bedeutung für den DaF-Unterricht

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Katharina Hirt

Wie wirken sich kognitive ‚Thinking for Speaking’ Muster auf das Fremdsprachenlernen aus? Dieser Frage geht die Autorin mithilfe einer empirischen Untersuchung an deutschen Muttersprachlern nach, die Genustransfer anhand der Pronominalisierung und Kategorisierung von belebten, nicht-menschlichen Referenten (Tiernomen) beim Sprechen des Englischen erforscht. Chinesische und englische Muttersprachler dienen als Vergleichsgruppe. Die Ergebnisse zeigen, dass der Genustransfer durch eine unbewusste Fehlinterpretation des Genus zum Sexus ausgelöst wird. Die Existenz solcher kognitiven Muster bedeutet, dass das Erlernen einer neuen Sprache das Erlernen neuer Muster erfordert. Die Autorin folgert, dass die Genusvermittlung einen höheren Stellenwert im DaF-Unterricht erhalten sollte, um die kognitive Umstrukturierung zu fördern.

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6. Fazit

6. Fazit

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To conclude, former empirical research and the conducted study support the existence of ‘Thinking for Speaking’ patterns and thereby online effects of language on thought. Consequently, learning a language involves the acquisition of new patterns. Language teaching must accommodate the cognitive restructuring by focusing on teaching language awareness by employing a contrastive approach.

Die vorliegende Arbeit zeigt den komplexen Zusammenhang zwischen Sprache und Kognition auf, indem sie den Einfluss der Muttersprache auf andere sprachliche und außersprachliche kognitive Prozesse offenlegt. Im ersten Kapitel wurden hierfür die grundlegenden Positionen der Disziplinen (Philosophie, Sprachwissenschaft und Neurowissenschaften) vorgestellt, die sich mit der Sprache-Denken Debatte auseinandersetzen. In diesem Kontext wurde dargelegt, dass durch die vorliegende Arbeit, die in der kognitiven Linguistik verortet ist, psycholinguistische Erkenntnisse gewonnen werden. So leistet die durchgeführte Studie zu Crosslinguistic Influence einen weiteren Beleg für Slobins Thinking-for-Speaking Theorie und verdeutlicht durch den Einsatz eines non-verbalen Tasks, dass TfS-Muster auch ohne den direkten Einsatz von Sprache im Sprecher nachwirken und somit im Sinne der Linguistische Relativitätshypothese, auch bekannt als Sapir-Whorf Hypothese, als Einflussfaktor auf außersprachliche kognitive Prozesse interpretiert werden können.

Auch wenn Slobin, als er seine Theorie formulierte, lediglich den Einfluss von Sprache auf Sprache für gesichert hielt, zeigen die in Kapitel 1 vorgestellten Studien zu den Domänen Zeit, Raum, Form und Farbe, dass es durchaus außersprachliche kognitive Prozesse gibt, die durch Sprache beeinflusst werden. Daher schließe ich mich Lupyan (2015) an, der die Trennung von sprachlichen...

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