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Aspekte kultureller Identität

Beiträge zur Kulturgeschichte der deutschsprachigen Minderheit in Kroatien

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Edited By Thomas Möbius, Ivana Jozić, Melita Aleksa Varga, Leonard Pon and Ivana Šarić Šokčević

Zwischen dem 18. und 20. Jahrhundert lebten im heutigen Staatsgebiet Kroatiens zahlreiche deutsche Emigranten. Zwischen ihnen und der kroatischen Mehrheitsbevölkerung fanden z.T. intensive kulturelle Austauschprozesse statt. Im zweiten Band zu dem vom DAAD geförderten internationalen Forschungsprojekt werden Ergebnisse zur Erforschung einzelner Aspekte des regionalen deutschsprachigen Presse-, Theater- und Schulwesens vorgelegt. In einzelnen Beiträgen aus diesem Band wird auf den regen Kontakt zwischen deutscher und kroatischer Sprache und Kultur im Bereich des landwirtschaftlichen Wortschatzes, der gymnasialen Schulordnung, aber auch der Philosophie, Literatur und Theaterpoetik sowie Theaterkritik hingewiesen.

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Ljubica Kordić: Die Mehrsprachigkeit in den Lokalblättern der Stadt Osijek bis zum 2. Weltkrieg

Die Mehrsprachigkeit in den Lokalblättern der Stadt Osijek bis zum 2. Weltkrieg

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Ljubica Kordić

Osijek ist seit Jahrhunderten eine multiethnische und mehrsprachige Stadt. Im Jahr 1687 wurde die Stadt durch die kaiserliche Armee von den Türken befreit und aus dem Jahr 1688 stammt der älteste aufbewahrte Bericht über die Einwohner der Stadt, der vom Jesuiten Gaspar Franz erstattet wurde. Der Bericht zeugt davon, dass schon damals in der Stadt Osijek die Illyrer, Slawen, einige Deutsche und wenige Ungarn lebten (Sablić-Tomić, 2017). Anfang des 19. Jh. wuchs die Bevölkerungszahl in der Inneren Stadt Osijek (die Osijeker Militärfestung) um 127 %. Der Grund dafür liegt vor allem in der systematischen Ansiedlung der deutschen Bevölkerung aus Württemberg. Nach der Volkszählung von 1702 entfallen 27,8 % der Einwohner in der Festung auf Kroaten, 52,4 % auf Deutsche, 6,2 % auf Italiener, 4,6 % auf Tschechen, 3 % auf Ungarn und Franzosen und 3 % auf die Angehörigen anderer Völker. Um das Jahr 1900 bildete die deutschsprachige Bevölkerung 53,88 % aller Bürger der Stadt (Mažuran et al., 1996: 158). Sie beeinflusste stark die wirtschaftliche, kulturelle und sprachliche Entwicklung der Stadt. In der Zeitschrift Hrvatski list wurde Osijek (Esseg/Essek) um das Jahr 1930 „kleines Wien“ oder „Frankfurt am Drauufer“ genannt (Marijanović, 1990). Als Ergebnis dieser Mischung von Kulturen und Sprachen entstand Essekerisch – eine Stadtsprache, die unter den einheimischen Bewohnern der Stadt zum Zweck einer besseren Verständigung mit deutschsprachigen Einwohnern entwickelt wurde und der sich alle Bürger...

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