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Aspekte kultureller Identität

Beiträge zur Kulturgeschichte der deutschsprachigen Minderheit in Kroatien

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Edited By Thomas Möbius, Ivana Jozić, Melita Aleksa Varga, Leonard Pon and Ivana Šarić Šokčević

Zwischen dem 18. und 20. Jahrhundert lebten im heutigen Staatsgebiet Kroatiens zahlreiche deutsche Emigranten. Zwischen ihnen und der kroatischen Mehrheitsbevölkerung fanden z.T. intensive kulturelle Austauschprozesse statt. Im zweiten Band zu dem vom DAAD geförderten internationalen Forschungsprojekt werden Ergebnisse zur Erforschung einzelner Aspekte des regionalen deutschsprachigen Presse-, Theater- und Schulwesens vorgelegt. In einzelnen Beiträgen aus diesem Band wird auf den regen Kontakt zwischen deutscher und kroatischer Sprache und Kultur im Bereich des landwirtschaftlichen Wortschatzes, der gymnasialen Schulordnung, aber auch der Philosophie, Literatur und Theaterpoetik sowie Theaterkritik hingewiesen.

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Željko Senković: Der Glaube und die Vernunft. Über den Einzug deutscher Philosophie in die kroatische am Beispiel Stjepan Zimmermanns Rezeption von Kants Philosophie

Der Glaube und die Vernunft. Über den Einzug deutscher Philosophie in die kroatische am Beispiel Stjepan Zimmermanns Rezeption von Kants Philosophie1

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Željko Senković

Nach der herkömmlichen Einteilung der kroatischen Philosophie in die ‚ältere‘ und ‚neuere‘ beginnt die erst erwähnte mit Hermannus Dalmata im 12. Jahrhundert. Diese wird entweder in Latein oder in einer anderen europäischen Sprache niedergeschrieben und entwickelt sich in und ohne Bezug auf die scholastische Philosophie (Frane Petrić im 16. Jahrhundert; Ruđer Bošković im 18. Jahrhundert). Bei einigen Schlüsseldenkern aus dem kroatischen Kulturkreis ist außerdem das Streben sowohl nach der Europäisierung als auch Subjektivierung des kroatischen Volkes feststellbar. Trotz der peripheren Lage dieses Volkes und zugleich in nomadischer Suche seiner Forscher, Schriftsteller und Denker kommt es zu zahlreichen Kontakten mit geistigen und intellektuellen Strömungen Europas:

Die neuere kroatische Philosophie wird an der Wende zwischen 18. und 19. Jahrhundert aus dem säkularen Geist geboren, welchen der neuzeitliche Subjektivismus und die Aufklärung aus der Idee der freien und autonomen Selbstbestimmung hervorbringen. Obwohl der aufklärerische Gedanke auf der Idee des Individualismus beruht, inspiriert dieser mit seinen ‚befreienden Tendenzen‘ (Albert Bazala) auch nationale Wiedergeburtsbewegungen, indem er davor oder parallel dazu die sozial-revolutionäre Emanzipation von feudalen, absolutistisch-monarchistischen Beschränkungen initiiert, welche die neue Bürgerschicht, um Freiräume für eigene wirtschaftliche und soziale Dynamik zu schaffen, zuletzt radikal und mit Gewalt abschaffen muss, weil die aristokratischen Reformkräfte dazu unfähig sind bzw. ihre reformistischen Initiativen meistens zu spät erfolgen. (Zenko 1995, S. 11)

Dazu sei noch bemerkt, dass sich die neuere kroatische...

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