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Mehrfachbeschäftigung in Deutschland - Ein Phänomen relativer Armut?

Eine empirische Untersuchung der Determinanten zur Aufnahme einer Zweitbeschäftigung

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Marco Weber

Die seit den Hartz-Reformen gestiegene Zahl Nebenbeschäftigter bei gleichzeitiger Zunahme des Armutsgefährdungsrisikos wecken Zweifel an der bislang gültigen Annahme der Wohlstandssicherung durch eine Erwerbstätigkeit. Der Autor untersucht empirisch mit Daten des Sozio-oekonomischen Panels die Entwicklung der Mehrfachbeschäftigung und deren Zusammenhang mit atypischer Arbeit. Mittels Längsschnittsanalysen werden die zwischen finanzieller Not und nebenberuflicher Selbstentfaltung verorteten Motive für Mehrfachbeschäftigung analysiert. Dabei zeigt sich, dass Zweitbeschäftigung sowohl die Konsequenz von Einkommensarmut ist, als umgekehrt ein Mittel zur Armutsvermeidung darstellt. Auf Basis dieser Ergebnisse werden Politikempfehlungen zur rechtlichen Ausgestaltung der Mehrfachbeschäftigung formuliert.

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6. Deskriptive Beschreibung Einfach- und Mehrfachbeschäftigte

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Im folgenden Kapitel werden anhand ausgewählter deskriptiver individueller und haushaltsbezogener Merkmale mögliche Unterschiede zwischen Einfach- und Mehrfachbeschäftigten aufgezeigt. Einfach- und Mehrfachbeschäftigte werden entsprechend des in Kapitel 4.2.2 bzw. Kapitel 4.2.3 beschriebenen Einkommenskriterium aus zwei Erwerbstätigkeiten nach Vormonats- und Vorjahresdaten definiert. Die nachfolgenden Untersuchungen beschränken sich dabei auf Einfach- und Mehrfachbeschäftigte im Alter von 18 bis 65 Jahren, die einer Erwerbstätigkeit als Angestellter, Arbeiter, Selbstständiger oder Beamter nachgehen. Diese Eingrenzung führt zum Ausschluss von Personen in Ausbildung (Schüler, Studenten, Auszubildende), Zivil- und Wehrdienstleistenden, Volontären und Praktikanten, Arbeits- und Erwerbslosen sowie Rentnern und Pensionären.436 Diese werden in den nachfolgenden Untersuchungen nicht berücksichtigt, da sie entweder nicht erwerbstätig sind oder sehr wahrscheinlich von den durchschnittlichen Erwerbstätigen in Vergütung oder Arbeitszeit erheblich abweichen und damit die Ergebnisse verzerren würden. In Folge des Ausschluss dieser Gruppen reduziert sich die (ungewichtete) Stichprobe der Einfach- und Mehrfachbeschäftigten nach Vormonatsdaten um circa 6% im Vergleich zur der den Auswertungen in Kapitel 4.4 zugrundeliegenden Stichprobe. Bedingt durch die Notwendigkeit die Angaben zum Vorjahreseinkommen periodengerecht mit den Angaben des Berufsstatus über zwei Befragungswellen zu verknüpfen, ergibt sich nach Vorjahresdaten mit circa 12% der Stichprobe in Kapitel 4.4 eine höhere Reduktion. Dieser Stichprobenreduktion wird teilweise durch die Längsschnittsgewichtung bei Auswertungen über mehrere Befragungswellen entgegengewirkt, führen jedoch dazu, dass die Resultate auf Vorjahresdatenbasis einer potenziell höheren Fehleranfälligkeit unterliegen. Zur übersichtlicheren Darstellung und um stichprobenbedingte Verzerrungen...

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