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Vom Gipfel der Alpen… Schweizer Drama und Theater im 20. und 21. Jahrhundert

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Edited By Karolina Sidowska and Monika Wąsik

Das Ziel dieses Buches ist in erster Linie die Popularisierung dieser Schweizer Theaterautoren, die – mit Ausnahme vielleicht von Lukas Bärfuss – im polnischen sowie europäischen Umfeld wenig bekannt oder gar unbekannt sind, wie Mathias Zschokke, Thomas Hürlimann, Lukas Linder, etc. Bei manchen von ihnen steht das politische und soziale Engagement deutlich im Fokus (Albert Ehrismann, Urs Widmer, Milo Rau). Darüber hinaus wird aus heutiger Perspektive der Literaturkanon, d.h. das Œuvre von Max Frisch und Friedrich Dürrenmatt, neu gelesen und reinterpretiert. Nicht zuletzt finden hier auch einige Aspekte der Organisation des Theatersystems in der Schweiz, wie z.B. die Förderungsmaßnahmen für junge AutorInnen oder das gegenwärtige Puppentheater, eine Beleuchtung. 

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Anna Kowalewska: Foucault und Bärfuss: Sex, Macht und Kontrolle

Foucault und Bärfuss: Sex, Macht und

Kontrolle

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Anna Kowalewska

Zusammenfassung: Der Artikel befasst sich mit dem Drama Die sexuellen Neurosen unserer Eltern von Lukas Bärfuss aus der Perspektive der biopolitischen Forschungen von Michel Foucault. Sexualität funktioniert bei Bärfuss als ein Regierungsmittel, dank dem Macht ausgeübt werden kann. Sie gehört nicht nur zu den Bevölkerungsregulierungen, sondern auch diszipliniert sie den Körper, der in seiner Unvollkommenheit den Menschen zur sozialen Abgrenzung verurteilt und ihn als einen Fremden betrachten lässt. Dieser Machtmechanismus vermittelt Gefühl der scheinbaren Freiheit, wobei solche Strategie als ein Teil des repressiven Apparates gesehen werden sollte, wenn zum Nutzen der Gesellschaft das Individuum ständig kontrolliert und überwacht wird.

Schlüsselwörter: Macht, Sexualität, Fremdheit, Biopolitik, Überwachen

„Alles ist Zitat, für Woyzeck, für den Schauspieler, für Sie, für mich. Und unsere Bemühungen, Kampf um eigene Individualität drinnen dieser fremden Sprache, Zitats, Stereotyps, dieses erworbenen Wortschatzes – das ist die Frage, die mich am meisten interessiert.“1

In seinem Drama Die sexuellen Neurosen unserer Eltern (2003) stellt Lukas Bärfuss Sexualität als ein Regierungsmittel dar, das mit Wissen, Kontrolle, Macht und Disziplin verbunden werden kann. Diese Betrachtungsweise erinnert an die Forschungen von Michel Foucault, der sich unter anderem mit der Biopolitik beschäftigt hat, um zu zeigen, wie die Macht auf die Menschen ausgeübt wird und wie betrügerisch und manipulativ sie dabei werden kann. Dieser Mechanismus hat verschiedene Facetten und wirkt u.a....

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