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Vom Gipfel der Alpen… Schweizer Drama und Theater im 20. und 21. Jahrhundert

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Edited By Karolina Sidowska and Monika Wąsik

Das Ziel dieses Buches ist in erster Linie die Popularisierung dieser Schweizer Theaterautoren, die – mit Ausnahme vielleicht von Lukas Bärfuss – im polnischen sowie europäischen Umfeld wenig bekannt oder gar unbekannt sind, wie Mathias Zschokke, Thomas Hürlimann, Lukas Linder, etc. Bei manchen von ihnen steht das politische und soziale Engagement deutlich im Fokus (Albert Ehrismann, Urs Widmer, Milo Rau). Darüber hinaus wird aus heutiger Perspektive der Literaturkanon, d.h. das Œuvre von Max Frisch und Friedrich Dürrenmatt, neu gelesen und reinterpretiert. Nicht zuletzt finden hier auch einige Aspekte der Organisation des Theatersystems in der Schweiz, wie z.B. die Förderungsmaßnahmen für junge AutorInnen oder das gegenwärtige Puppentheater, eine Beleuchtung. 

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Robert Rduch: Politisches Theater des Lyrikers Albert Ehrismann

Politisches Theater des Lyrikers Albert

Ehrismann

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Robert Rduch

Zusammenfassung: Im Artikel wird das dramatische Werk des schweizerischen Lyrikers Albert Ehrismann (1908–1998) analysiert und interpretiert. Es wird nachgewiesen, dass Ehrismann mit seinen Agitprop-Texten und Festspielen zu Pionieren des epischen Theaters in der deutschsprachigen Schweiz gehört.

Schlüsselwörter: Albert Ehrismann, politisches Theater, Agitprop

1974 beklagte Elsbeth Pulver in ihrer Abhandlung Die deutschsprachige Literatur der Schweiz seit 1945, in der Zeit vor Dürrenmatt und Frisch habe es in der Schweiz keine dramatischen Ansätze gegeben, die in die Zukunft weisen.1 Im Jahre 2000 erschien die Monographie Schweizer Theater. Drama und Bühne der Deutschschweiz bis Frisch und Dürrenmatt 1930–1950 von Hans Amstutz, Ursula Käser-Leisibach und Martin Stern. Im Vorwort betonen die Autoren, man muss „die verbreitete Meinung“ korrigieren, dass Frisch und Dürrenmatt „als junge Autoren quasi einen unbesetzten Raum betreten und diesen dann rasch für sich erobert“2 hätten. Stutz, Käser-Leisibach und Stern haben etwa 1200 Theaterstücke durchgesehen, die in der untersuchten Zeit in der Schweiz in der deutschen Sprache entstanden. Davon haben sie „rund 400 gelesen“.3 Der schweizerische Theaterraum vor Frisch und Dürrenmatt war also nicht leer und im Folgenden wird die von Stutz, Käser-Leisibach und Stern angemahnte Korrektur an einem Beispiel exemplifiziert.

Albert Ehrismann (1908–1998) war vor allem ein Lyriker, aber zu seinem Gesamtwerk gehören auch einige Texte, die er fürs Theater schrieb. Als politische ←145 | 146→Auftragsarbeiten erlebten sie nur...

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