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Vom Gipfel der Alpen… Schweizer Drama und Theater im 20. und 21. Jahrhundert

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Edited By Karolina Sidowska and Monika Wąsik

Das Ziel dieses Buches ist in erster Linie die Popularisierung dieser Schweizer Theaterautoren, die – mit Ausnahme vielleicht von Lukas Bärfuss – im polnischen sowie europäischen Umfeld wenig bekannt oder gar unbekannt sind, wie Mathias Zschokke, Thomas Hürlimann, Lukas Linder, etc. Bei manchen von ihnen steht das politische und soziale Engagement deutlich im Fokus (Albert Ehrismann, Urs Widmer, Milo Rau). Darüber hinaus wird aus heutiger Perspektive der Literaturkanon, d.h. das Œuvre von Max Frisch und Friedrich Dürrenmatt, neu gelesen und reinterpretiert. Nicht zuletzt finden hier auch einige Aspekte der Organisation des Theatersystems in der Schweiz, wie z.B. die Förderungsmaßnahmen für junge AutorInnen oder das gegenwärtige Puppentheater, eine Beleuchtung. 

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Lukas Linder: Das Theater der Käuze. Ein Essay

Das Theater der Käuze. Ein Essay

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Lukas Linder

Wenn die ganze Welt eine Bühne ist, was ist dann die Schweiz? Eine Studio-Bühne?

Ich möchte dieses herrliche Bonmot an dieser Stelle nicht mehr weiter vertiefen und stattdessen endlich mit der These dieses Essays herausrücken: Alle grossen Schweizer Autoren sind Käuze gewesen. Ich sage das, weil ich sie ganz genau gelesen habe, ihrem Werk bis auf die dunkelsten Stellen ihrer Apokryphen gefolgt bin, und natürlich auch: weil ich Schweizer bin. Ich bin mit dem roten Pass an der Brust geboren worden. So ist es bei uns der Brauch. Und deshalb darf ich mit Fug und Recht behaupten: Alle grossen Schweizer Autoren sind Käuze gewesen. Beweise, hör ich es da rufen. Ich sage nur: Denkt an Robert Walser, der sich immer mehr in das mikroskopische Gebiet seiner Bleistifttexte hineinflüchtete. Oder an Gottfried Keller, der den Liebeskummer geradezu als Sport zu betreiben schien. Einmal schien er kurz vor dem Glück zu stehen. Doch ertränkte sich die Frau namens Luise noch vor der Heirat. Er war ein Junggeselle und er blieb es bis zum Tod. Oder denkt an den „armen Dichter Hans Morgenthaler“, wie er sich selber in einem Poem bezeichnet. Hamo, wurde und wird er liebevoll verstümmelnd genannt. Und auch in seinem Leben und Schreiben hat das Verstümmelnde eine wichtige Rolle gespielt. So hat der gelernte Geologe beim Bergsteigen einmal eine Hand verloren. Und in seinen Romanen, ob sie nun wie der Minenabenteuerroman...

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