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Dynamische Approximationen

Festschriftliches pünktlichst zu Eva Lavrics 62,5. Geburtstag

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Edited By Marietta Calderón and Carmen Konzett-Firth

Der vorliegende Band ist der Romanistin Eva Lavric als Festschrift gewidmet. Er spiegelt durch die Auswahl der Beiträge Eva Lavrics wissenschaftliches Œuvre und ihre vielfältige internationale Vernetzung wider. Die Beiträge nehmen häufig eine kontrastivlinguistische Perspektive ein, beschäftigen sich aber nicht nur mit dem Deutschen und dem Französischen, sondern gehen weit darüber hinaus. Methodologisch spannt sich der Bogen von theoretischen Modellierungen und klassischen systemlinguistischen Beschreibungen syntaktischer oder semantischer Phänomene über diskursanalytische Ansätze und neue soziolinguistische Methoden wie dem  «linguistic landscaping» bis hin zur Korpuslinguistik und Interaktionsforschung.

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Thomas Lindner (Salzburg): Radix zenzica , die Coß, Aggregate und surdesolide Dignitäten: linguistische Approximationen an die Wissenschaftsgeschichte der Mathematik

Radix zenzica, die Coß, Aggregate und surdesolide Dignitäten:

linguistische Approximationen an die Wissenschaftsgeschichte der Mathematik

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Thomas Lindner (Salzburg)

Die Wissenschaftsgeschichte der Mathematik ist mustergültig aufgearbeitet (man lenke das Augenmerk nur auf die Klassiker Cantor, Tropfke, Smith, Cajori und Boyer im Literaturverzeichnis). Der Autor des vorliegenden Artikels, selbst kein Mathematiker oder Mathematikhistoriker, ist sich dessen bewusst, dass er weder Substantielles noch Innovatives dazu beitragen kann; immerhin darf er sich zugutehalten, sämtliche Originalquellen selbst eingesehen sowie Primär- und Sekundärliteratur akribisch recherchiert und zitiert zu haben, vielleicht genauer noch, als dies in so manch anderen einschlägigen Überblickswerken geschehen ist. Insofern hegt er die Zuversicht, dass diese eklektische Tour d’horizon mit ihrer enzyklopädischen Dokumentation sowohl die linguistischen Interessen als auch mathematischen Neigungen der Jubilarin, wenigstens approximativ, bedient und sich mit ihrem besonderen Fokus auf die sprachliche Seite der Mathematik(geschichte) in eine interdisziplinäre Nische fügt, deren Betrachtung sich auch aus sprachwissenschaftlicher Sicht lohnt.

Unter den sog. species ‚Grundrechnungsarten‘ wurden seit dem Spätmittelalter folgende Rechenverfahren verstanden (cf. Gemma Frisius 1540: fol.IIIv: „vocamus ←93 | 94→autem species certas operandi per numeros formas“): 1. numeratio ‚Zählung‘ (also das einfache Zählen, Lesen und Schreiben der Zahlen), 2. additio ‚Zusammenzählung‘, 3. subtractio/subductio ‚Abziehung‘, 4. dupl(ic)atio ‚Verzweifachung‘, 5. multiplicatio ‚Vervielfachung‘, 6. mediatio ‚Zweiteilung‘, 7. divisio ‚Teilung‘. Aus duplatio und mediatio wurden erst allmählich das allgemeinere Multiplizieren und Dividieren weiterentwickelt, so dass alle vier noch längere Zeit selbständig erschienen. In der indischen Kultur galten auch Potenzierung und Radizierung als Grundrechnungsarten (cf. Colebrooke 1817: 5ff.); in...

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