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Wissenskommunikation im Web

Sprachwissenschaftliche Perspektiven und Analysen

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Edited By Katrin Beckers and Marvin Wassermann

Für die individuelle und gesamtgesellschaftliche Wissenskommunikation, d.h. den kommunikativ vermittelten Transfer sprachlich gefassten Wissens, haben sich durch die allumfassende Digitalisierung die Bedingungsgefüge in vielfacher Hinsicht verändert. Neue technisch-mediale Rahmenbedingungen, diversifizierte und flexibilisierte Textsorten und Interaktionstypen sowie undurchsichtige Akteurs-Konstellationen lassen eine ganze Reihe neuer wissenskommunikativer Erscheinungsformen entstehen, die trotz ihrer großen alltäglichen Bedeutung erst in Ansätzen beschrieben sind. Der Sammelband dokumentiert sprach- und transferwissenschaftliche Perspektiven auf diesen multidisziplinär im Fokus stehenden Gegenstandsbereich.

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Marcel Fladrich & Nils Bahlo: Grafische Verstehensdokumentation als Wissensspiegelung kommunikativer Praktiken in Refugee-Chats

Grafische Verstehensdokumentation als

Wissensspiegelung kommunikativer Praktiken

in Refugee-Chats

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Marcel Fladrich & Nils Bahlo

Abstract: In this article we discuss displays of understanding in whatsapp communication between DaF-teachers and L2-students who came as refugees to Germany. It turns out that the displays of understanding or not-understanding often results in additional usage of graphical elements like emojis.

WhatsApp dient seit einigen Jahren der digitalen IP-gestützten Kommunikation über Smartphones. Die Kommunikationsform wird vor allem in privaten one-to-one- oder one-to-many-Interaktionen verwendet. Die Formen und Funktionen der Kommunikationsform wurden in zahlreichen Publikationen diskutiert (Dürscheid/Frick 2014, Dürscheid 2016, Imo 2017). Wenig Aufmerksamkeit hat bislang aber die Kommunikation unter Flüchtlingen und deutschen Helfern erfahren, die sich gemeinsam in meist zweckgebundenen Refugee-Chats via WhatsApp zusammenfinden. WhatsApp stellt sozusagen den virtuellen Versammlungsort dar, der den Interagierenden hilft, vernetzt zu bleiben und Informationen schnell und kostengünstig auszutauschen. Darüber hinaus kommt für die Flüchtlinge noch eine weitere, wichtige Funktion hinzu: WhatsApp bietet ihnen eine Möglichkeit, die jeweilige Landessprache zu elaborieren, indem sie auch außerhalb des Unterrichts zu jeder Zeit mit MuttersprachlerInnen kommunizieren können. Die jeweiligen FremdsprachenlehrerInnen oder Bezugspersonen aus den Flüchtlingsunterkünften bieten sich oftmals selbst als vermittelnde Instanzen an.

Wie wichtig der Austausch mit Muttersprachlern oder sprachkompetenteren SprecherInnen ist, betonte bereits Long (1996: 451–452), der unterschiedliche Prozesse fokussierte, die den Spracherwerb begünstigen und leiten. So erhalten die L2-Lernenden beispielsweise durch gezielte Korrekturen oder z.B. Verständnisnachfragen sofort ein Feedback zu ihren Äußerungen. Sie selbst sind in der...

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