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Literaturgeschichte und Interkulturalität

Festschrift für Maria Sass

Edited By Doris Sava and Stefan Sienerth

Aus Anlass des doppelten Geburtstages – 50 Jahre Germanistik in Hermannstadt und 60. Geburtstag von Maria Sass, der langjährigen Leiterin dieses Lehrstuhls, – greifen die literaturhistorisch, kulturwissenschaftlich und interdisziplinär ausgerichteten Beiträge aus unterschiedlichen Perspektiven die Geschichte und Dokumentation der rumäniendeutschen und deutschen (Gegenwarts-)Literatur auf. Fragen der Rezeptionsgeschichte und der Wechselwirkungen im Bereich der Interkulturalität, der Literaturvermittlung und des deutsch-rumänischen Kulturaustausches bilden thematische Schwerpunkte des Studienbandes und stehen damit im Zeichen der Wahrung von Kontinuität und Konstanz der Hermannstädter Germanistik.

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Nadjib Sadikou: Übersetzung als Medium transkulturellen Lernens

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Nadjib Sadikou

Übersetzung als Medium transkulturellen Lernens

Abstract: In my contribution I aim to argue that the act of translation is a channel of transcultural learning because it has inherent dynamics to bring together both language and cultures. The word ‘learning’ implies something pedagogical that can be insightful and heuristic due to the availability of different cultural semantics. I will exemplify this based on some concepts by Walter Benjamin, Friedrich Schleiermacher and Paul Ricœur. Then I will analyze some poetics of „innere Übersetzung“ and ‘cultural jumping’ in Wole Soyinkas Aké. Years of Childhood as well as in Yadé Karas novel Selam Berlin. In the third part I will show some possibilities of cultural and religious translation according to Homi Bhabha and Jürgen Habermas.

Keywords: Translation, transcultural learning, poetics

1. Einstieg

Ist Übersetzung ein Medium transkulturellen Lernens? Hinter dieser scheinbar einfachen Frage verbirgt sich freilich eine Ambivalenz der Kategorie der Übersetzung: Einerseits hilft sie den Lesern Texte, Wertekategorien sowie Weltbilder aus anderen Kulturen zu entschlüsseln, andererseits kann eine solche Entschlüsselung nie eine Vollständigkeit gewährleisten. Aufgrund dieser Möglichkeit der Unvollständigkeit wird die Übersetzung sogar in einem Bereich zwischen Projektion und Utopie verortet.1 Eine solche Verbindung von Übersetzung und Utopie scheint mir dennoch zu kurz zu greifen. Denn immerhin ermöglicht der Akt des Übersetzens, fremdkulturelle Symbole in vielen literarischen Texten in die Nähe der Leser zu rücken. So haben Jörn Albrecht...

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