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Aktionsarten

Im Spannungsfeld zwischen Lexik(on) und Grammatik

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Hans-Jörg Schwenk

In diesem Buch wird die germanistische Aktionsartforschung nachhaltig bereichert und entscheidend vorangetrieben. Zum ersten Mal erfahren Aktionsarten eine allumfassende Behandlung, indem sie sowohl im klassifikatorischen Sinne als Gliederung der Verben nach dem zeitlichen Geschehensablauf und damit nach der Ereignisstruktur als auch im morphologischen Sinne als motivierte Derivate, die von unpräfigierten Basisverben abgeleitet sind, aufgefasst werden. Das Buch zeigt nicht nur die Unzulänglichkeiten der traditionellen Vendlerschen Verbklassifikation auf und beseitigt diese, sondern gewährt darüber hinaus auch einen tiefen Einblick in das bislang wohl ungeahnte semantische Leistungsvermögen verbaler Präfixe.

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3. Aktionsarten (II): diakritisch-kontrastiv

3. Aktionsarten (II): diakritisch-kontrastiv

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Nachdem wir mit den zurückliegenden Ausführungen die Aktionsartlichkeit in ihrer klassifikatorischen Ausprägung und dabei Aktionalität als lexikalische Größe zementiert und von der grammatischen Kategorie der Aspektualität hinreichend abgegrenzt hätten, sodass die Thematik der Gliederung des verbalen Wortschatzes nach der Aktions- bzw. Aktionalitätsart sowie deren aspektueller Auswirkungen vor dem Hintergrund der insbesondere im Laufe des zweiten Kapitels gewonnenen Erkenntnisse wohl als abgehandelt und damit als erledigt gelten kann, können wir uns nun den Aktionsarten in ihrer Eigenschaft als im Ergebnis derivationsmorphologischer Vorgänge entstandener Erscheinungen zuwenden. Dabei soll in erster Linie dem semantischen Verhältnis, das ein Ausgangsverb zu einer Ableitung unterhält, nachgespürt und im Zuge dessen konkret der Frage nachgegangen werden, welche semantischen Folgen aus der morphologischen Veränderung, der ein Simplex unterworfen wird, erwachsen und ob bzw. inwieweit sich dabei Gesetzmäßigkeiten manifestieren, die es erlauben, einen regelhaften Zusammenhang zwischen Form und Inhalt herzustellen und beide ursächlich aufeinander zurückzuführen.

Betrachtet man das Deutsche unter dem Aspekt der zur Verfügung stehenden Arten des morphologischen Eingriffs in ein Ausgangsverb, dann stellt man fest, dass dort insgesamt zwei Möglichkeiten in Betracht kommen, und zwar einmal die Präfigierung, d.h., der Basis wird eine entsprechende Vorsilbe vorgeschlagen, und zum anderen die Suffigierung, d.h., in den Stamm des Simplex wird ein bestimmtes Wortbildungsmorphem eingeschoben bzw. diesem angehängt, wobei die letztere Prozedur allerdings zum einen auf ein ganz bestimmtes Suffix, nämlich –(e)l, beschränkt...

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