Show Less
Restricted access

Diachrone Varietätenlinguistik: Theorie, Methoden, Anwendungen

Series:

Edited By Carolin Patzelt and Elton Prifti

Dieser Band widmet sich der Diskussion von Theorien und Methodiken einer diachron orientierten Varietätenlinguistik. Ausgangspunkt der hier versammelten Beiträge ist dabei die These, dass die Geschichtsschreibung einer Sprache sich nicht nur auf eine exemplarische (Standard-)Varietät beziehen darf, sondern dass die systematische Berücksichtigung sprachlicher Heterogenität gerade auch in diachronen Studien unabdingbar ist. Vor diesem Hintergrund arbeiten die AutorInnen in ihren Beiträgen theoretische und methodische Probleme und Perspektiven einer zeitgemäßen diachronen Varietätenlinguistik heraus und illustrieren diese anhand konkreter Fallbeispiele aus der gesamten Romania.

Show Summary Details
Restricted access

Konvergenzen und Divergenzen im Schreiben ungeübter Schreiber (Französisch, Italienisch, Deutsch) (Gerhard Ernst)

Extract

Gerhard Ernst (Regensburg)

Abstract:1 This contribution uses private texts written largely by uneducated writers in the 17th and 18th centuries to examine linguistic peculiarities which do not result from the influence of colloquial language but rather from carelessness and inadequate schooling or – in contrast – in fact from exaggerated efforts to write the standard written language correctly. This also raises the question of the personal and individual features of such elements or their suprapersonal and timeless aspects.

Keywords: private textspractised writers vs. unpractised writers (auteurs lettrés vs. peu-lettrés), incomplete adherence to the norm vs. ‘forced form of expression’ (‘scripturalité forcée’), fusions of words / separation of words, saillance of the phonetic features ‘sonorité’, use of consonant doubling in written language ‘approche mémorielle’, influence of formal administrative language (French / Italian: lequel / il quale)

Vor ein paar Jahren hat die hochgeschätzte kanadische Kollegin France Martineau einen Vortrag gehalten mit dem Titel: «Dans quelle mesure peut-on reconstituer la langue orale à travers l’écrit?» (Martineau 2009).2 Angesichts der Unmöglichkeit, gesprochene Sprache vergangener Jahrhunderte direkt beobachten zu können, ist das eine interessante Fragestellung und ein wichtiger Forschungsbereich: die Diachronie gesprochener Sprache, einschließlich der historischen Dialektologie. Abgesehen vom kulturwissenschaftlichen Interesse hat diese sprachhistorische Fragestellung sicher auch mit beigetragen zu den zahlreichen, in den letzten Jahrzehnten erschienenen Editionen der Texte von peu-lettrés, semicolti, ungeübten Schreibern, in denen man mit einigem Recht besonders viele Spuren gesprochener Sprache zu...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.