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300 Jahre deutsch-türkische Freundschaft

Stand und Perspektiven

Edited By Erol Esen, Fahri Türk and Franziska Trepke

Der Sammelband präsentiert die Ergebnisse eines Symposiums, das vom 18.–20. Oktober 2018 in Antalya (Türkei) stattfand und von der Akdeniz Universität (Antalya, Türkei), der Trakya Universität (Edirne, Türkei), vom Informationszentrum des Deutschen Akademischen Austauschdienstes – DAAD (Ankara) und von der Konrad-Adenauer-Stiftung Derneği (Ankara) gemeinsam durchgeführt wurde. Anlass war das 300-jährige Jubiläum der deutsch-türkischen Beziehungen. Diese wurden durch ein Schreiben des Osmanischen Sultans an den preußischen König Friedrich Wilhelm I. eingeleitet, die in den dreihundert Jahren in vielfältige Kooperationen und ein militärisches Bündnis mündeten. Auf der dreitägigen Veranstaltung diskutierten Wissenschaftler*innen, Expert*innen sowie Praktiker*innen aus Deutschland und der Türkei über unterschiedliche Bereiche und Kooperationsfelder in Geschichte und Gegenwart. In dem Sammelband behandeln insgesamt 20 Beiträge ein breites Spektrum an Themen und Zeitabschnitten, die neben der politischen, wirtschaftlichen und militärischen Zusammenarbeit aus der Vorrepublikzeit beider Länder auch die Gegenwartsthemen wie das der europäischen Integration und der Migration und Integration aus beidseitiger Perspektive diskutieren.

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Fahri TÜRK und Sevda ŞANDA: Deutsche Zivilberater*innen in der frührepublikanischen Türkei von 1924 bis 1936*

Deutsche Zivilberater*innen in der

frührepublikanischen Türkei von 1924

bis 1936*

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Fahri TÜRK** und Sevda ŞANDA***

Die lange historische Tradition der deutsch-türkischen Beziehungen in kulturellen, politischen, militärischen, ökonomischen sowie in sozialen Bereichen reichen bis zur preußisch-osmanischen Zeit zurück. Insbesondere mit dem Beginn der Modernisierungs- und Reformbestrebungen im Osmanischen Reich im Militär1, Staats- und Bildungswesen (Ergün, 1992: 193–208)wurde auf das Wissen ausländischer, vor allem aber deutscher Offiziere, Berater*innen sowie Wissenschaftler*innengesetzt. Die bilateralen Beziehungen zwischen der Türkei und Deutschland entwickelten sich im Ersten Weltkrieg von einer militärisch-wirtschaftlichen Interessengemeinschaft zur Waffenbrüderschaft gegen die Alliierten. Die Niederlage gegen die Siegermächte führte einerseits zu enormen wirtschaftlichen Einbußen und Machtverlust, andererseits zum Bruch der politisch-diplomatischen Beziehungen beider Länder zueinander. So ist es nicht abwegig, dass die sechsjährige Unterbrechung der deutsch-türkischen Beziehungen durch den Abschluss des Freundschaftsvertrages2 vom 3. März 1924 als Tenor für die Wiederaufnahme der alten Beziehungen betrachtet werden kann.

Der Mangel an geeigneten qualifizierten Landsleuten und somit an Fachkräften und Spezialist*innen im Land veranlasste die türkische Regierung, ausländische3 und deutsche Zivilberater*innen, Expert*innen und Sachverständige zu rekrutieren. Diese sollten in verschiedenen Bereichen wie Verwaltung, Bildung, Landwirtschaft, Industrie und Wirtschaft eingesetzt werden. In erster Linie sollten sie vor allem aber die Verwaltungen und Ministerien in Ankara neugestalten und in Bereichen wie Postwesen, Katasteramt und Zollwesen beschäftigt werden.

Die vorliegende Untersuchung beschäftigt sich mit der Reorganisation des Staatsapparates der jungen...

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