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300 Jahre deutsch-türkische Freundschaft

Stand und Perspektiven

Edited By Erol Esen, Fahri Türk and Franziska Trepke

Der Sammelband präsentiert die Ergebnisse eines Symposiums, das vom 18.–20. Oktober 2018 in Antalya (Türkei) stattfand und von der Akdeniz Universität (Antalya, Türkei), der Trakya Universität (Edirne, Türkei), vom Informationszentrum des Deutschen Akademischen Austauschdienstes – DAAD (Ankara) und von der Konrad-Adenauer-Stiftung Derneği (Ankara) gemeinsam durchgeführt wurde. Anlass war das 300-jährige Jubiläum der deutsch-türkischen Beziehungen. Diese wurden durch ein Schreiben des Osmanischen Sultans an den preußischen König Friedrich Wilhelm I. eingeleitet, die in den dreihundert Jahren in vielfältige Kooperationen und ein militärisches Bündnis mündeten. Auf der dreitägigen Veranstaltung diskutierten Wissenschaftler*innen, Expert*innen sowie Praktiker*innen aus Deutschland und der Türkei über unterschiedliche Bereiche und Kooperationsfelder in Geschichte und Gegenwart. In dem Sammelband behandeln insgesamt 20 Beiträge ein breites Spektrum an Themen und Zeitabschnitten, die neben der politischen, wirtschaftlichen und militärischen Zusammenarbeit aus der Vorrepublikzeit beider Länder auch die Gegenwartsthemen wie das der europäischen Integration und der Migration und Integration aus beidseitiger Perspektive diskutieren.

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Filiz KEKÜLLÜOĞLU: Transnationalität als Türöffner für Bildungskarrieren deutsch-türkischer Akademiker*innen

Transnationalität als Türöffner für

Bildungskarrieren deutsch-türkischer

Akademiker*innen

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Filiz KEKÜLLÜOĞLU*

Mit der Einführung des Transnationalisierungsansatzes in den 1990ern lässt sich in der deutschsprachigen Migrationsforschung ein Paradigmenwechsel aufzeigen: Allmählich wurde erkannt, dass Migrationsprozesse nicht einmalig in eine geographische Richtung, sondern zirkulär und in mehreren Etappen verlaufen können (Vertovec 2009: 14), und dass das physische und mentale Pendeln zwischen verschiedenen Nationalstaaten „selbst zu einer genuinen alltagsweltlichen Lebenspraxis“ der Transmigrant*innen wird (Pries 2008: 196). Die Verfechter*innen des Transnationalisierungsansatzes hatten in den Anfängen ihr Augenmerk vor allem auf Migrationsbewegungen von Eliten (z.B. Diplomat*innen, Wissenschaftler*innen, akademischen Fachkräften) sowie auf Makro-Fragen wie supranationale Zusammenschlüsse gelegt (vgl. Pries, 2008). Transnationale Lebensführung der sozioökonomisch weniger privilegierten Gruppen in Deutschland – etwa von Arbeitsmigrant*innen aus der Türkei in den 1960er/70er und deren Nachkommen, die als Folge der Arbeitsmigration in einem anderen Land als ihre (Groß-)Eltern geboren wurden, sind seit Anfang der 2000er nur sporadisch in den Fokus empirischer Analysen gerückt (Krumme, 2003; Fürstenau, 2004; Goeke, 2007; Pielage und Pries, 2010; Sioutis, 2013). Das Hauptaugenmerk lag insbesondere auf Akademiker*innen, die ihr Studium bereits in Deutschland absolviert hatten und für bessere Berufsaussichten ins Herkunftsland ihrer Eltern bzw. Großeltern ausgewandert sind – oft unter dem Motto „Anwerbung hochqualifizierter Arbeitskräfte aus dem Ausland“ (Griese und Sievers, 2010). Eine dezidierte Analyse der Bildungsbiographien von Menschen, die bereits nach der Schulzeit zur Aufnahme eines Studiums ins Herkunftsland ihrer Familie ziehen und somit den transnationalen Hochschulraum erschlie...

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