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Unterwegs mit und für Deutsch

50 Jahre DaF und Germanistik in Ostafrika

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Edited By William Wagaba and Steven Heimlich

Seit der Gründung des ersten germanistischen Studiengangs in Ostafrika vor mehr als 50 Jahren haben die hiesigen Literaturwissenschaftler, Linguisten und Didaktiker vielfältige regionalspezifische Themen und Forschungsansätze hervorgebracht. Literarische Übersetzungen, verstanden als interkulturelle Begegnungsmomente, gehören dabei ebenso zu den charakteristischen Schwerpunkten wie Analysen der fachlichen Legitimation und Relevanz. Der vorliegende Band greift diese Themen in der Unterrichtspraxis auf. Er ist Prof. Manuel Muranga gewidmet, der als Lerner und Lehrer der deutschen Sprache gleichsam den Grundstein für die Entwicklung der Germanistik in Ostafrika gelegt hat.

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Das Problem der Sprachen Afrikas

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Abstract: The problem of languages in the African context focuses primarily on the role and function of indigenous languages which are systematically marginalized, especially in science and administration. This article examines the conditions under which these languages can be used in all areas of life and fields of knowledge. Despite the relatively successful coexistence of African and European languages, from which mixed languages have emerged, all measures must be taken to ensure that the native languages of Africa are used in the future as a means of expressing and documenting Africa’s identities and worldviews.

Keywords: Indigenous languages, African identity, European languages, mixed languages

1 Einführung

Im afrikanischen Kontext bezieht sich das Sprachenproblem in erster Linie auf die ungelöste und immer wieder auftretende Frage, welche einheimischen Sprachen gefördert werden sollten, um in naher Zukunft insbesondere in Wissenschaft, Bildung, Verwaltung und in modernen Berufen verwendet zu werden. Gemeint sind die mehr als 2000 einheimischen Idiome, zu denen weitere, hunderte von Dialekten und Mundarten kommen1, die in den Ländern südlich der Sahara zwar im Alltag gesprochen, doch im öffentlichen Leben weiter marginalisiert werden.

Diese Marginalisierung offenbart das Dilemma der politischen Entscheider: Fast alle bekunden einerseits stets den Willen, die einheimischen Sprachen zu schützen und zu fördern. Andererseits aber fehlt ihnen der Mut zu einer Entscheidung zuungunsten der seit der jeweiligen Unabhängigkeit bevorzugten europäischen Sprachen – nicht etwa weil sie vor den unvorhersehbaren, möglicherweise dramatischen...

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