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Unterwegs mit und für Deutsch

50 Jahre DaF und Germanistik in Ostafrika

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Edited By William Wagaba and Steven Heimlich

Seit der Gründung des ersten germanistischen Studiengangs in Ostafrika vor mehr als 50 Jahren haben die hiesigen Literaturwissenschaftler, Linguisten und Didaktiker vielfältige regionalspezifische Themen und Forschungsansätze hervorgebracht. Literarische Übersetzungen, verstanden als interkulturelle Begegnungsmomente, gehören dabei ebenso zu den charakteristischen Schwerpunkten wie Analysen der fachlichen Legitimation und Relevanz. Der vorliegende Band greift diese Themen in der Unterrichtspraxis auf. Er ist Prof. Manuel Muranga gewidmet, der als Lerner und Lehrer der deutschen Sprache gleichsam den Grundstein für die Entwicklung der Germanistik in Ostafrika gelegt hat.

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Von Emilia Galotti zu Emiriya Garoti: Probleme und Potential der Übersetzung von Gotthold Ephraim Lessings bürgerlichem Trauerspiel vom Deutschen ins Runyankore-Rukiga

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Abstract: Lessing’s enlightenment classic, ‘Emilia Galotti’, published in 1772 contains specific moments of ‘cultural adequacy’ and ‘identification’ which are relevant to the Ugandan setting. Against this background, this article focuses on challenges in three key areas, i.e. lexical, grammatical and cultural problems, among others, encountered in the translation of the drama from German into Runyankore-Rukiga. The article discusses the reception, impact and adaptation of the translated version of ‘Emilia Galotti’ on the Runyankore-Rukiga language and culture today. The translation aims at enabling readers to engage with key ideas of enlightenment reflected and emphasized in the use of reason, tolerance, emancipation and struggle to maintain good morals in society. Finally, the article demonstrates how literary translation can enrich culture and society beyond the boundaries of a translated literary text.

Keywords: Emilia Galotti, German literary text, cultural adequacy, identification, relevance

1 Einführung

Dass deutsche Texte aus dem 18. Jahrhundert trotz – oder gerade wegen – ihres zeitlichen Abstands einem afrikanischen Lesepublikum mitunter leichter zugänglich sind als die deutsche Gegenwartsliteratur, ist zwar keine neue Erkenntnis mehr, mutet auf den ersten Blick aber dennoch erstaunlich an. Bei genauerer Betrachtung enthält Lessings 1772 veröffentlichter Aufklärungsklassiker „Emilia Galotti“1 jedoch zahlreiche Momente „kultureller Adäquatheit“ und vielfältige „Identifizierungsmöglichkeiten“ (vgl. Augart 2012: 182). Dazu zählen nach Augart „das Motiv einer Frau zwischen zwei Männern“ (ebd.), die im afrikanischen Kontext „alltägliche“ Beschaffenheit der Charaktere – der allmächtige ←59 | 60→und korrupte Prinz,...

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