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Sprache der deutschsprachigen Kanzleien in der frühneuhochdeutschen Zeit im südlichen Ostseeraum. Teil 2: Morphologische Ebene

Zu den Kategorien des Adjektivs und den Ablautklassen

Sylwia Firyn and Piotr A. Owsiński

Dieses Buch bildet den zweiten Teil einer wissenschaftlichen Reihe, in der sieben Sprachebenen der Sprache der deutschsprachigen Kanzleien des Spätmittelalters auf dem Gebiet des Ordensstaates und der Nachfolgeländer beschrieben werden. In diesem Teil der Reihe werden morphologische Aspekte angeschnitten, wobei nur die Kategorien des Adjektivs und die Ablautklassen behandelt werden. Diese Bereiche sind wegen der vielen Neuerscheinungen besonders interessant. Die Autoren gehen einerseits auf relikthafte Erscheinungen in den einzelnen Ablautklassen eingegangen ein, andererseits auf die Bildung der zweiten und dritten Ablautreihe im Altthornischen Schöffenbuch. Es konnte nachgewiesen werden, dass der Text einen frühneuhochdeutschen Stand nicht ganz erreicht hat.

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2 Zu den Ablautklassen

2 Zu den Ablautklassen

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Im vorliegenden Kapitel wird die Analyse der lexikalischen Morpheme von mittel- (mhd.) bzw. frühneuhochdeutschen (fnhd.) Verben in den Fokus gerückt, indem die mit dem Ablaut sowie dem grammatischen Wechsel im Zusammenhang stehenden Erwägungen samt den entsprechenden Beispielen dargestellt werden.

Der Ordnung halber muss unbedingt die Unterscheidung der lexikalischen Morpheme, die ihre eigene Bedeutung besitzen, von den grammatischen getroffen werden. Mit dieser Einteilung verbindet sich noch eine andere Klassifizierung von morphologischen Einheiten – und nämlich: die in freie und gebundene Morpheme. Während die freien Morpheme meistens eine lexikalische Bedeutung tragen, besitzen die gebundenen eher einen grammatischen oder zumindest abstrakten Charakter. Als Beispiel kann die folgende Analyse von Partizip gebunden dienen:

{ge-} – ein gebundenes, grammatisches Morphem (Flexionsmorphem, Präfix);

{-bund-} – ein gebundenes, lexikalisches Morphem (Stammmorphem);

{-en} – ein gebundenes, grammatisches Morphem (Flexionsmorphem, Suffix).

Da wir unsere Aufmerksamkeit auf die diachrone Forschung richten, soll noch zusätzlich die Strömung in der Sprache betont werden, dass freie Morpheme häufig zu grammatischen gebundenen Einheiten werden (vgl. Nübling 2006: 43).

Von großer Relevanz sind ebenfalls zwei Hauptgebiete der Morphologie:

1) die Flexion;

2) die Wortbildung.

Während es sich in der Ersteren um die unterschiedlichen Formen eines Wortes einer Sprache handelt, beschäftigt sich die andere mit der Bereicherung ←115 | 116→des lexikalischen Sprachsystems. In unserer Untersuchung wollen wir uns lediglich auf die Flexionsformen konzentrieren.

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