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Antike und Byzanz als historisches Erbe in Südosteuropa vom 19.–21. Jahrhundert

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Edited By Hans-Christian Maner and Ioannis Zelepos

Der Sammelband enthält Beiträge internationaler Experten aus verschiedenen Fachdisziplinen zur Wahrnehmung von Antike und Byzanz als historischem Erbe in Südosteuropa vom 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart. Die Fallbeispiele reichen von Bosnien-Herzegowina bis zur Türkei. Die Autoren untersuchen Medialisierungen von Vergangenheit in komparativer Perspektive im Hinblick auf wissenschaftliche Diskurse sowie auf politische und ideologische Indienstnahmen unter besonderer Berücksichtigung jüngster und gegenwärtiger Entwicklungen. Ihre differenzierten Einzelanalysen liefern somit ein wertvolles Kompendium zum aktuellen Thema «Public History» in der Region.

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Das Erbe der Illyrer und Dako-Thraker. Mythenbildung und faktische sprachwissenschaftliche Probleme bei der Antikenrezeption in Albanien und Rumänien

Das Erbe der Illyrer und Dako-Thraker. Mythenbildung und faktische sprachwissenschaftliche Probleme bei der Antikenrezeption in Albanien

und Rumänien

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Sam Mersch

In this article, the divergenace between mythbuilding and linguistic evidence and reality is outlined in the case of Dacian and Illyrian peoples and their relevance for cultural ethnogenesis for modern Romanians and Albanians. In a short outline, it is described how these ancient peoples were mythicised by contemporary politics and in how far linguistic evidence might be of any help in decerning actual heritages.

„Die ethnisch-geographischen Begriffe Thrakes und Thrake (Thrakien) finden in den einzelnen Perioden der Geschichte verschiedene Deutungen bezüglich ihrer Ausdehnung. Die Alten – vor allem die Griechen, die als erstes Volk auf einer höheren Kulturstufe die Thraker kennen lernten und schriftliche Nachrichten über sie hinterließen – verstanden unter dem Sammelnamen „Thraker“ eine Gruppe von Volksstämmen, die auf Grund ihrer sozial-ethnischen Basis, ihrer Sprache […], ihrer wirtschaftlichen, kulturellen und politischen und ihrer materiellen Kultur verwandt waren.“1

Dieses Zitat aus Ioan I. Russus „Sprache der Thrako-Daker“ deutet auf ein elementares Problem der Erforschung jener sogenannten thrakischen Völker im Balkanraum und zwar, dass erstens der Begriff „Thraker“ recht unklar ist und zweitens, dass die Überlieferung der sogenannten Thraker vor allem auf nicht indigenen Quellen fusst. Das liegt prinzipiell daran, dass uns praktisch kein Schriftgut der Thraker überliefert ist.

Doch, um auf die Frage dieses Thrakerbegriffs zurückzukommen: Wer waren eigentlich die Thraker? Russu, einer der Spezialisten dako-thrakischer Epigrafik, fasst den Thrakerbegriff, wie oben angedeutet, als Sammelbegriff von miteinander irgendwie verwandten Ethnien auf, die in der Frühzeit...

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