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Antike und Byzanz als historisches Erbe in Südosteuropa vom 19.–21. Jahrhundert

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Edited By Hans-Christian Maner and Ioannis Zelepos

Der Sammelband enthält Beiträge internationaler Experten aus verschiedenen Fachdisziplinen zur Wahrnehmung von Antike und Byzanz als historischem Erbe in Südosteuropa vom 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart. Die Fallbeispiele reichen von Bosnien-Herzegowina bis zur Türkei. Die Autoren untersuchen Medialisierungen von Vergangenheit in komparativer Perspektive im Hinblick auf wissenschaftliche Diskurse sowie auf politische und ideologische Indienstnahmen unter besonderer Berücksichtigung jüngster und gegenwärtiger Entwicklungen. Ihre differenzierten Einzelanalysen liefern somit ein wertvolles Kompendium zum aktuellen Thema «Public History» in der Region.

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Hattuscha gegen Hellas, Medina gegen Rom. Die nicht abgeschlossene Suche nach einem historischen Vorbild der türkischen Stadtentwicklung

Hattuscha gegen Hellas, Medina gegen Rom

Die nicht abgeschlossene Suche nach einem historischen Vorbild der

türkischen Stadtentwicklung

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Malte Fuhrmann

Ancient Greek, Roman, and Medieval Eastern Roman architectural heritage played an important role in the emergence of a Turkish identity discourse and its impact on urban space. This chapter traces the roles this heritage played in various historical constellations from the middle of the nineteenth century to the present. It claims that Turkish national identity has not developed a unitary position towards the Greek and Roman past, but is still negotiating their place vis-à-vis the Turkish self-image.

Das Verhältnis des türkischen Nationalismus zum antiken Erbe auf eigenem Boden ist kompliziert und widersprüchlich. Teilweise werden die Zeugnisse vergangener Imperien negiert, teilweise gefeiert. Um dies näher zu erläutern, muss ich etwas weiter ausholen.

Schon die osmanischen Sultane bezogen sich teilweise positiv auf den Staat, dessen Erbe sie durch die Einnahme Konstantinopels angetreten hatten, und verstanden sich als römische Kaiser. So existiert eine Medaille, die Mehmed II. in lateinischer Inschrift als „Imperator“ von Asien, Trapezunt und Griechenland bezeichnet und ihn als römischen triumphierenden Kaiser zeigt, der die drei eroberten Provinzen als nackte Sklavinnen hinter sich her schleift.1 Auch Süleyman der Prächtige inszenierte sich als römischer Kaiser, als er vor habsburgischen Gesandten eine übertriebene Krone trug und so Karl V. delegitimieren wollte. Der osmanische Herrschaftsanspruch beruhte allerdings auf einer Anhäufung verschiedener Titel und war von diversen dynastischen Traditionen inspiriert. Ob ein Herrscher sich mehr als Kaiser oder als Kalif inszenierte, unterlag seinem persönlichen...

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