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Schlusslogische Letztbegründung

Festschrift für Kurt Walter Zeidler zum 65. Geburtstag

Edited By Lois Marie Rendl and Robert König

Die «Schlusslogische Letztbegründung» sucht Antwort auf die Frage: Wie ist Philosophie als Wissenschaft möglich? Sie führt damit das Projekt einer ontologisch relevanten Logik fort, das seit der Antike im Zentrum der Geschichte des Idealismus und der Transzendentalphilosophie steht.

Kurt Walter Zeidler liefert mit seinem Werk nicht nur eine eindringliche Aufarbeitung dieser Geschichte, sondern bemüht sich zugleich um deren systematische Weiterentwicklung. Fern den Moden seiner Zeit steht sein Denken in einer Tradition der Philosophie, die sich nicht Konjunkturen beugt und in Relativitäten verliert, sondern als Erkenntnis des lebendigen und logisch erschließbaren Absoluten begreift.

Lehrer, Wegbegleiter und Schüler setzen sich in dieser Festschrift mit Zeidlers Arbeiten auseinander.

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Zur widerspenstigen Affinität von Denken und Sein (Wolfdietrich Schmied-Kowarzik (Wien))

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Wolfdietrich Schmied-Kowarzik (Wien)

Zur widerspenstigen Affinität von Denken und Sein

Vorbemerkung

Sie kritisch fortführend stellt sich Kurt Walter Zeidler in die Tradition des österreichischen Kantianismus – Alois Riehl, Richard Hönigswald, Robert Reininger – und versucht sich erneut um eine vernunfttheoretische Zähmung der widerspenstigen Einheit von Denken und Sein. Dass er dabei auf Kants unhintergehbaren Ausgangspunkt einer „ursprünglich synthetischen Einheit der Apperzeption“ zurückgreift und zugleich aufzeigt, dass Kant seinem eigenen Anspruch nicht gerecht wird, versteht sich von selbst: „Kant spricht darum, als ihm an dem Satz ‚Ich denke‘ die Subjekt-Objekt-Differenz zum Problem wird, bezeichnenderweise von dem ‚empirischen, aber in Ansehung aller Art der Anschauung unbestimmten Satz: Ich denke‘ (KrV B 421) und versucht in der folgenden Anmerkung, sich die merkwürdige Unbestimmtheit des Satzes verständlich zu machen.“1

Kant führt in der besagten Anmerkung aus, dass das „Ich denke“, das alle Vorstellungen begleiten können muss, einerseits als „Existentialsatz“ eine „unbestimmte empirische Anschauung“ impliziere, andererseits enthalte es keinerlei „empirische Vorstellung“ des „Ich“, sondern ist „rein intellectuell“ und beinhalte als Satz transzendentaler Begründung „nur die Bedingung der Anwendung […] des reinen intellectuellen Vermögens“. (Kant, KrV B 422f.)2

Zu Recht betont Zeidler, dass Kant hiermit das Problem zwar benennt, aber nicht löst – ja mehr noch, dass er die Analyse der „unbestimmten empirischen Anschauung“ in der „transzendentalen Ästhetik“ der Kritik der reinen Vernunft durch deren Engführung auf die wissenschaftliche Gegenstandserkenntnis grundlegend verfehlt. Denn soll...

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