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Schlusslogische Letztbegründung

Festschrift für Kurt Walter Zeidler zum 65. Geburtstag

Edited By Lois Marie Rendl and Robert König

Die «Schlusslogische Letztbegründung» sucht Antwort auf die Frage: Wie ist Philosophie als Wissenschaft möglich? Sie führt damit das Projekt einer ontologisch relevanten Logik fort, das seit der Antike im Zentrum der Geschichte des Idealismus und der Transzendentalphilosophie steht.

Kurt Walter Zeidler liefert mit seinem Werk nicht nur eine eindringliche Aufarbeitung dieser Geschichte, sondern bemüht sich zugleich um deren systematische Weiterentwicklung. Fern den Moden seiner Zeit steht sein Denken in einer Tradition der Philosophie, die sich nicht Konjunkturen beugt und in Relativitäten verliert, sondern als Erkenntnis des lebendigen und logisch erschließbaren Absoluten begreift.

Lehrer, Wegbegleiter und Schüler setzen sich in dieser Festschrift mit Zeidlers Arbeiten auseinander.

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Schlußlogische Letztbegründung in Leibniz’ monadologischem System (Hans-Dieter Klein (Wien))

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Hans-Dieter Klein (Wien)

Schlußlogische Letztbegründung in Leibniz’ monadologischem System

„Cum DEUS calculat et cogitationem exercet, fit mundus“ (Gerhardt, VII, 191). Diese Randnotiz in einem „Dialogus“ überschriebenem Manuskript aus dem Jahre 1677 steht gewissermaßen isoliert und wird nicht näher erläutert. Der Versuch, diesen Satz zu interpretieren, muss sich daher aus unserer sonstigen Kenntnis des Leibnizschen Gedankengebäudes begründen.

An vielen Stellen, z. B. auch im §33 der „Monadologie“ behauptet Leibniz, dass es zwei Arten von Wahrheiten gäbe: Vernunftwahrheiten und Tatsachenwahrheiten. „Die Vernunftwahrheiten sind notwendig und ihr Gegenteil ist unmöglich, die Tatsachenwahrheiten hingegen sind zufällig und ihr Gegenteil ist möglich.“ Als methodisches Modell für die Gewinnung der Vernunftwahrheiten steht die Mathematik zur Verfügung, d. h. also die Vernunftwahrheiten müssen demonstriert werden in axiomatischen Systemen.

„Ist eine Wahrheit notwendig, so lässt sich ihr Grund mittels der Analyse aufzeigen, indem man sie in einfachere Ideen und Wahrheiten auflöst, bis man zu den ursprünglichen gelangt“ (§33). „So werden bei den Mathematikern die theoretischen Lehrsätze und die praktischen Vorschriften vermittels der Analyse auf Definitionen, Axiome und Postulate zurückgeführt.“ (§34) „Man gelangt hierbei zuletzt auf einfache Ideen, von denen sich keine Definition geben lässt, wie auch auf Axiome und Postulate oder mit einem Worte: auf ursprüngliche Prinzipien, die keines Beweises fähig sind und auch keines bedürfen: es sind dies die identischen Sätze, deren Gegenteil einen...

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