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STEFAN ZWEIG UND ELLEN KEY. EINE BIOGRAFISCHE MINIATUR

Briefwechsel zwischen einem jungen österreichischen Dichter und einer schwedischen Philosophin und Gesellschaftsreformerin

Margrit Hansen

Im Jahre 1904 schreibt der junge Stefan Zweig zum ersten Mal an die von ihm verehrte Schwedin Ellen Key. Sie ist über 50, Zweig ist 23 Jahre alt. Es entwickelt sich ein fast 20 Jahre dauernder, vertrauensvoller Briefwechsel.

In diesen Briefen spiegelt sich zunächst die Entwicklung des jungen Dichters wider, später vor allem ungläubiges Entsetzen, als die kulturell verbundenen Menschen und Nationen Europas mit Ausbruch des Ersten Weltkrieges zu Feinden werden.

Ab 1915 wird in der Korrespondenz zwischen Zweig und Key deutlich, dass Resignation an Raum gewinnt. Der Krieg als humanitäre Katastrophe und Verbrechen gegen die Menschlichkeit lässt den Glauben an die Kraft von Literatur und Kunst schwinden.

Beide kämpfen aber weiter mit der Schreibfeder für den Frieden und warnen in Wort und Schrift vor Radikalisierung. Sie hoffen weiter, dass ein menschliches Gewissen mittels Sprache nachhaltig angerührt werden kann.

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Muttersprache – Heimatland

MUTTERSPRACHE – HEIMATLAND

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Büste in Frankreich,Paris, Jardin du Luxembourg.

Büste (Halbrelief) in Schweden,Alvastra, Villa Strand.

Abbildung 1: Zwei Köpfe

Stefan Zweig wird am 28.11.1881 als zweiter Sohn in Wien geboren. Sein Vater ist ein wohlhabender Textilunternehmer jüdischer Religionszugehörigkeit, seine Mutter Ida Brettauer entstammt einem reichen Kaufmannsgeschlecht aus Hohen­ems. Die Religion spielt in der Familie keine wichtige Rolle, so dass sich Stefan Zweig später als „Jude aus Zufall“ bezeichnet. Er studiert zunächst in Wien Philosophie und Literaturgeschichte. Zweig übersetzt zunächst französischsprachige Autoren und versteht sich u. a. als „Mittler zwischen den Menschen und Nationen“. Er schreibt Gedichte, Erzählungen und Dramen.

1910 veröffentlicht er seine erste Biografie über Emile Verhaeren15 im Leipziger Insel-Verlag. Zuvor hat er versucht, ihn durch Übersetzungen mehrerer seiner Werke in Deutschland bekannt zu machen. Das erste Buch mit eigenen Erzählungen, Die Liebe der Erika Ewald, erscheint in Berlin. Ein längerer Aufenthalt in Paris und Begegnungen mit Rilke und Rodin folgen.

Zweig beginnt jetzt vorsichtig mit ersten eigenen Werken seine Karriere als Schriftsteller zu festigen. Sein Buch mit Erzählungen Erstes Erlebnis. Vier Novellen aus Kinderland widmet er Ellen Key.

Mit weiteren Reisen durch die ganze Welt, z. B. in die USA, nach Kanada, Kuba, Puertorico und Panama möchte er seinen Horizont erweitern aber auch Kontakte zu anderen Schriftstellern und Künstlern knüpfen.

Vor 1914 kann er 1912 die Urauff...

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